Druckschrift 
2 (1837) Von 1640 bis 1688
Entstehung
Seite
342
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i42 Buch IV. Fünftes Hauptstück.

Veranlassung zur Ausführung seiner früher schon nur durchFrankreich verhinderten Entwürfe zu haben und, indem er seine ^Bundespflichten erfüllte, zugleich eigentlich für sein eigenes un-mittelbares Interesse zu kämpfen; denn, wenn er das Elsaßfrüher verlassen, ja wenn er nur, anstatt in Franken zu ver-weilen, sich bald nach der Mark zurückgezogen hatte, so wür-den unstreitig die Schweden entweder gar nicht in die Mark ,gegangeir sein oder sie doch sogleich wieder geräumt haben, jwas der Kurfürst aber sicher gar nicht beabsichtigte. Mit ge- fwohnter Thätigkeit und Schlauheit traf er nun alle Anstalten,um jetzt seine Pläne zu verwirklichen, in denen er dann, er-bittert über das schonungslose Verfahren der Schweden in derMark, noch bestärkt wurde, weshalb er dem Statthalter schrieb:die Schweden irrten sich, wenn sie glaubten, er werde seineVerbündeten verlassen und parteilos werden. Nachdem siesein Land verheert hätten, bleibe ihm nur das Leben noch iübrig, was er lieber aufs Spiel setzen, als die Partei weck- ^sein und ungerochen bleiben wolle. Jetzt werde er beweisen,daß er nicht so veränderlich sei, wie man ihm vorwerfe. Gotthabe ihn bisher aus vielen Gefahren errettet und werde ihn ,

auch jetzt nicht zum Gespötte seiner Feinde werden lassen ').Überall hin wendete er sich um Hülfe, an den Kaiser, an dasReich, an die Kurfürsten, an den niedcrsächsischcn Kreis, anDänemark, England und die Generalstaaten, ja selbst nachMoskau an den Zaar. Am kaiserlichen Hofe wurde, so sehrauch der Kurfürst um Hülfe drängte, dennoch Alles in dieLänge gezogen, weil man ihm seit dem Frieden von Vossemnicht trauete und auch die Schweden Alles thaten, um ihrVerfahren für durchaus nicht feindselig auszugeben; ja manwar in Wien ernstlich besorgt, er sei im Geheimen einverstan-den mit Frankreich und Schweden und habe von diesen durchihren Einfall in die Mark nur einen Vorwand erhalten, sichvon den Verbündeten zu trennen, vielleicht sogar in Verbin-dung mit den Schweden Schlesien anzugreifen, wo die viel-

1> kufenäork Xll. H 66 führt das Schreiben so an, als wärecs gleich nach der ersten Nachricht vom Einfalle der Schweden erlasse»,was höchst unwahrscheinlich ist, weil die Schweden nicht sogleich das Landverheerten, wovon doch das Schreiben ausdrücklich spricht.