Druckschrift 
2 (1837) Von 1640 bis 1688
Entstehung
Seite
341
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Die Schweden in der Mark. 34k

sein Stiefbruder, der Generallieutenant Waldemar Wrangel,übernahm den Oberbefehl. Dieser ging lebhafter auf die Ab-sichten der Franzosen ein, rückte in die Mittelmark und be-mächtigte sich mehrerer kleiner Ortschaften. Der Statthalterhatte so viel als möglich die Lebensmittel vom platten Landein die festen Platze bringen lassen. Die Schweden litten Man-gel, die Mannszucht löste sich auf, Waldemar Wrangel sahdem nach und es begann nun ein kleiner, dem Lande eben soehrenvoller als verderblicher und den Schweden nachtheiligerParteigangerkrieg, den die wenig zahlreiche brandenburgischeMannschaft, verbunden mit dem aufgebotenen und durch Druckund Plünderung erbitterten Landvolke, gegen vereinzelte schwe-dische Haufen nicht ohne Erfolg in dem durch Wälder undSümpfe damals mehr als jetzt durchschnittenen Lande führte.Die darüber aufgebrachten Schweden vergalten das durch ein-zelne Grausamkeiten und zogen sich nach und nach immer wei-ter westlich gegen die Elbe hin, um dem mit Frankreich ins-geheim verbündeten Herzoge von Hannover Gelegenheit undMuth zu machen, sich offen zu erklären, auch wohl um dieAltmark, welche seit dem westfälischen Frieden durch Krieg un-mittelbar nicht gelitten hatte, mit auszusaugen. Ein immerlebhafter und bitterer werdender Schriftwechsel wurde das Bor-spiel ernsterer Thaten.

Der Kurfürst hatte gleich anfangs, als er die Nachrichtvon dem Einmärsche der Schweden in die Mark erhielt, denEntschluß gefasst diese günstig scheinende Gelegenheit wahrzu-nehmen und sie völlig aus Pommern zu verjagen, um auchden von ihm früher mit so vielem Widerstreben aufgegebenenTheil dieses Landes zu erwerben. Wenn man die freudigeÄusserung beachtet, welche ihm bei der Nachricht von demwirklich erfolgten Einfälle der Schweden entfiel, und erwägt,wie unzufrieden ihn nun zum zweiten Male die Art der kai-serlichen Kriegsführung am Rheine machen musste, so ist esgar nicht unwahrscheinlich, daß er den von den Schweden ge-thanen Schritt gern sah und ihn selbst einigermaßen durchsein Verfahren beförderte, um dadurch eine offenbar gerechte

auch sogleich wieder gebessert, bezeugt ein gedrucktes Schreiben vom19. Juni 1675.