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Buch IV. Fünftes Hauptstück.
klärten als Freunde zu kommen, denn er dachte, möglicherWeise könnten die Schweden nur durch die Mark gehen wol-len, um den Kaiser in Schlesien anzugreifen. Der Statthal-ter durfte nicht öffentlich mit den Schweden um Kriegscontri-butionen verhandeln, aber nachgeben, daß das unter der Handgeschähe. Die Städte mussten die Thore schließen, durftensich aber nicht widersetzen, wenn diese mit Gewalt geöffnetwurden. Auch Wrangel verbot alle Feindseligkeiten, damit derKurfürst seinen Verbündeten verdächtig würde. Die Franzosenstellten sich, als unterhandelten sie ein Bündniß mit ihm undSchweden.
Januar Unterdessen marschirte Friedrich Wilhelm mit seinem Heere1675 den Rhein hinab über den Neckar an den Main und bezogFebruar Winterquartiere in Franken, um seine Truppen ausruhen zulassen, während er selbst zur Erreichung seiner Zwecke bei sei-nen Verbündeten die nöthigen Schritte thäte. Als das Wran-gel hörte, ließ er, in der Meinung, der Kurfürst gebe seineUnternehmungen gegen Frankreich völlig auf, sogleich hoffenbald die Mark räumen zu können; er besorge nicht, daß derKurfürst feindlich gegen Schweden verfahren werde '). DerMarschall, durch seinen und seiner Truppen alten Kriegsruhmverblendet, dachte auch gar nicht daran, daß Friedrich Wil-helm das wagen würde. Die Schweden erhoben indessen dieMärz landesherrlichen Steuern, schrieben bald drückende Kriegscon-tributionen aus, befestigten haltbare Puncte, wie Landsbergund Stargard, brachten hier Vieh und Getreide zusammen,stellten Werbungen an, breiteten sich nach und nach im bran-denburgischen Pommern und in der Ncumark bis Krossen undZüllichau aus. Als sie sahen, wie wenig der Kurfürst eiltesich von den Verbündeten zu trennen, so schritten sie, immer-fort getrieben durch den französischen Gesandten, obwohl augen-scheinlich ungern, zu wirklichen Feindseligkeiten und nahmenzuerst nach kurzer Beschießung das mit 150 Mann besetzte16 . Mai Schloß von Löcknitz ein. Bald darauf wurde der sehr mensch-lich gesinnte Feldmarschall Karl Gustav Wrangel') krank, und
1) Das äußerte Wrangel schon am 6. Fcbr. kukciäoik XIII. §.4.
2) Nach ihm auch der General Mardcfcld. Daß der Marschall guteMannszucht gehalten und sich diese, als er später in Havelbcrg war,