Die Schweden in der Mark. ,'NO
men, und endlich rückte eine aus Bremen gekommene Abthei-lung ohne Anzeige in die Uckermark ein. Der Statthalter be-schwerte sich darüber bei Wrangel, der indessen mit dem gan-zen Heere nachzog, bei Preuzlau lagerte und dem Statthaltererwiederte, er komme nicht als Feind, verlange nur Lebens-mittel, bedauere zu diesem Schritte genöthigt zu sein, weilSchweden die völlige Vertreibung der Franzosen aus Deutsch-land nicht zugeben könne, womit der Untergang der Evange-lischen verbunden sei, er werde aber, sobald der Kurfürst ausdem Elsaß zurückkehre, die Mark sogleich räumen *). Wirk-lich weigerten sich die Franzosen den Schweden vor derenwirklichem Einrücken in die Mark die Subsidicn fortzuzahlen. 19. JaNun erst verließ der brandenburgische Gesandte Stockholm'). 107ö
Der Statthalter hatte wahrend der drohenden AnstaltenSchwedens ohne Aufsehen zu erregen alle geeigneten Maßre-geln ergriffen, um die festen Platze in Vertheidigungsstand zusetzen und zu versorgen, 1200 Mann aus dem Halberstadti-schcn nach Berlin berufen, die übrigen zerstreueten, wenig zahl-reichen Truppen in die Festungen gezogen, ohne doch denSchweden, denen er das flache Land preisgeben musste und dieihn nicht wirklich angriffen, eigentlichen Widerstand entgegen-zusetzen. Als der Kurfürst, der bisher besonders vor dem Ad-ministrator von Magdeburg, Kur-Sachsen und Hannover Be-sorgnisse gehabt hatte, durch den Statthalter die Nachricht vondem nun wirklich erfolgten Einbrüche der Schweden erhielt,theilte er sie seinen Umgebungen sehr heiter mit und ausserte:er sehe das als eine Vorbedeutung an, ganz Pommern zu er-halten ^), verbot indessen, um die Verheerung des Landes zuverhindern, die Schweden feindselig zu behandeln, weil sie er-
1) kukenäoi-k XII. H. 68. VVsgnsr p. Z67.
2) Wir haben über den Feldzug der Schweden in der Mark einesehr schätzbare und aus den besten Quellen geschöpfte Schrift von Herrnv. Gansauge, Veranlassung und Geschichte des Kriegs in der MarkBrandenburg im I. 1675, welche Alles, was den Krieg.selbst angebt,recht gut erörtert. Einige Kleinigkeiten aus gleichzeitigen Quellen, wel-che dem Verfasser entgingen, habe ich ergänzt; übrigens werde ich michgrößtenthcils auf diese Schrift beziehen.
Z) kukoiiüork Xll. H. 66.
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