Friedrich Wilhelm für Holland. 315
diese seine Truppen zum Heere des Kurfürsten stoßen ließ ').Vergeblich bcmühcten sich die Franzosen nochmals diesen vomKriege zurückzuhaltcn; er antwortete mit Beschwerden über dieVerheerung des Cleveschen und die Besetzung seiner Festungenund daß er nicht gegen den König, sondern allein zur Erhal-tung seines Landes und des Friedens in Deutschland gegen^ die Bischöfe von Münster und Köln zu den Waffen greife ^).l Weder Ludwigs erneuerte Versprechungen noch wiederholte Juni' Drohungen erschütterten ihn '). Er ermunterte die in ihrer 1672! großen Noth ungeduldigen Holländer, welche der Verzweiflung! nahe schon mit Frankreich zu unterhandeln ansingen, standhaft Juliauszuharren, mit dem Kaiser, Dänemark und Lüneburg ab-zuschliessen, mahnte um Geld und rüstete mit aller Kraft.Schweden weigerte sich ihm die vertraggemäße Hülfe zu lei-sten, weil es vermitteln, Neuburg, weil es parteilos bleibenwollte. Dänemark und Braunschweig-Lüneburg mochten sichl gar nicht einlassen'). Demohngeachtet nicht ahnend den Ver-^ rath, den Österreich an ihm, den Niederländern und dem Rei-i chc beging, brach er mit stärkerer Macht, als er versprochen August1 hatte, auf, um der am Rande des Untergangs schwebendeni Republik beizuspringen.
Hier war die oranische Partei seit dem Ausbruche desKriegs äusscrst thätig gewesen, die aufs höchste gespanntenGemüther des Volks von den Gebrüdern Johann und Corne-lius von Witt abwendig zu machen und sie als Anhänger^ Frankreichs und Landesverräther zu verschreien. Der PrinzWilhelm wurde zum Statthalter ausgerufen; Johann vonWitt legte seine Stelle nieder. Beide Brüder, die treuesten
1) Unglaublich, und doch nur zu wahr, sonst würde Wagner denLulenckork XI. Z. 51 gewiß widerlegt haben; allein er selbst gestehts
. ausdrücklich p. 296.
2) Siehe die Deduction des Kurfürsten gegen Köln und Münster imIdoatr. Lurop. XI. p. 49. kukenäorl XI. tz. 52.
3) Ludwig XIV. hatte schon am 24. Mai durch einen Deputirtcnder Provinz Cleve Nachricht von dem Bunde des Kurfürsten mit Holland
, erhalten, wovon Louvois noch nichts wusste. Oeuvres äe I-ou'is XIV'I. III. p. 168.
4) ?uken<lnrk XI. tz. 60.
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