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Buch IV. Fünftes Hauptstuck.
durch die Holländer erfahren hatte, hcroorgehoben; er entschul-digte sich, daß er aus vielen Rücksichten noch nicht im Standesei sich für die eine oder die andere Partei zu entscheiden,wahrend er doch schon vollkommen entschieden war nicht par-teilos zu bleiben; dann schrieb er an Schwerin: „Was neutralzu sein ist, habe ich schon vor diesem erfahren, und wenn manschon die allerbesten 6onllitione8 hat, wird man doch übel tra-ctirt. Ich habe auch verschworen mein Lebelang nicht neutralzu sein und würde mein Gewissen damit beschweren" '). DerSchlinge, ihn durch ein mit dem Bischöfe von Münster und7. April dem Kurfürsten von Köln bereits abgeschlossenes Vertheidigungs-1671 bündniß in die Handel beider Fürsten zu verwickeln, die völligin französischen Händen waren, entging er klug, indem er denVertrag nicht genehmigtes.
Als nun die Franzosen daran verzweifelten ihn zumJuni Bunde gegen Holland bewegen zu können, versuchten sie ihn1671 wenigstens zur Erklärung der Parteilosigkeit zu bringen. Erüberlegte das, wie gewöhnlich, sehr reiflich, um so mehr alsdie Gefahr des Kriegs immer näher trat. Es waren vierWege, welche er cinschlagen konnte: erstens für Frankreich ge-gen die Generalstaatcn, zweitens für diese gegen FrankreichLheil zu nehmen, drittens parteilos zu bleiben, viertens eineeigene dritte Partei zu bilden. Auf die französische Seite zutreten schien bei weitem am vortheilhaftesten; allein weil derKurfürst, zufrieden mit dem rechtmäßigen Besitze seiner Staa-ten, cs jederzeit seiner durchaus für unwürdig gehalten dieseunrechtmäßig zu erweitern , so wurde das um so mehr vcr-
1) Des Kurfürsten Schreiben v. 27. April 1671 im geheimen Staats-Archive und bci Orlich S. 118. Ganz wie kukenäork XI. Z. 25 dieGesinnung des Kurfürsten darstellt.
2) vumont VII. ?. I. p. 145. ruksoäork XI. Z. 20,der wahrscheinlich auch die geheimen Bedingungen kannte, indem er an-gibt, der Bund sei auch darauf gerichtet gewesen, gemeinschaftlich vonden Holländern Genugthuung der Ansprüche der Verbündeten zu erhalten,wovon bei Dumont nichts steht.
Z) Er hatte eben erst (1670) die durch den Hochverrats! des Grafe»Tettenbach erledigte Grafschaft Regenstein oder Reinstein als ehemaligeshalberstädtisches Lehn eingezogcn und war darüber mit dem Herzoge Ru-