292
Buch IV. Viertes Hauptstück.
der österreichisch gesinnte brandenburgische Gesandte in RegenS-burg, von Marenholz, nicht zu gewinnen war, so wusste derfranzösische Gesandte Grouvel dessen Mitgesandten, den gehei-men Rath von Jena, durch Hoffnung auf eine anständige Be-lohnung zu bewegen, des Kurfürsten Stimme am Reichstageim französischen Interesse zu geben, und wirklich kam es da-hin, daß das Reich sich weigerte den burgundischen Kreis,das heisst für Spanien die Freigrafschaft, zu gewährleisten ').Der Kaiser wurde durch geschickte Verhandlungen eingeschlä-fert und, da er sah, daß das Reich nichts thun wolle, gehemmt,und die erst im Oktober auf heftiges Andringcn der spanischenPartei angefangenen Rüstungen wurden bald abgestellt °). DerKurfürst eilte die dem Blaspiel ertheilten Vollmachten zurückzu-nehmen. Dieser hatte bereits das Bündniß mit Spanien ge-gen Frankreich abgeschlossen. Der Kurfürst genehmigte es nunnicht. Er sah voraus, daß er die ihm zugestcherten Hülfsgel-der nicht erhalten würde, und konnte ohne sie kein Heer auf-stellen; Holland wollte auch nichts geben, Baiern und die15. Dec. rheinischen Fürsten waren für Frankreich; er schloß einen Bund1607 mit Ludwig XIV. Dieser gab den Prinzen von Conde aufund versprach, die Erwählung des Pfalzgrasen von Ncuburgnoch bei Lebzeiten des Königs von Polen zu unterstützen.
ler, der Schwiegervater von Meindcrs 1000 Thalcr; ebensoviel der Ge-nerallicutcnant von Golz und der Graf Courcillon. Schwerin machte sichdie Ausbezahlung der ihm zugesicherten Summe vom Tage der Unterzeich-nung des Vertrags aus, er suchte auch Pöllnitz etwas zu verschaffen,wozu der Gesandte bemerkt: Oetts sviäitö est errang puis^u'elle Lvbl!g5s cs ministre ü s« üecouvrir s un bomms (källuitr) svec leguelll n'a pas tousonrs äts bien, Lügnst p. 303.
1) Lügner II. p. 263. Von Blumenthal, dem SchwiegersöhneSchwerins, schreibt Millet: Kort üäcrie parmi Iss gens äs bien »ins!izus son besu-pers snr ss probitü. Denn, meint er, wenn man künf-tig Schwerin und Meindcrs gewonnen habe, sei man des Kurfürsten ge-wiß. Obwohl nun diese im engsten Vertrauen ihres Herrn waren, irr-ten sich die Franzosen doch sehr, wie wir sehen werden, in ihren Ansichtenvon den Folgen. Es ist zuletzt nicht unmöglich, daß der Kurfürst selbstvon manchen Summen, welche seine Räthe erhielten, durch diese selbstbenachrichtigt wurde und sie insgeheim genehmigte-
2) kuksnüork X. Z. 46.