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2 (1837) Von 1640 bis 1688
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Buch IV. Viertes Hauptstück.

ren nichts von einer neuen Theilung hören, weil die Unter-thanen sich seitdem an ihre Regenten gewöhnt hatten, er auchseine Festungen den Händen der Spanier entzogen habe, wah-rend die clevcschen noch in denen der Holländer wären; aus-serdem machte er noch andere seitdem erworbene angebliche An-sprüche geltend, und Jeder nahm eigentlich die ganze Erbschaftin Anspruch. Nach vielen Unterhandlungen in Düsseldorf,Cleve und Berlin ebnete glücklicher Weise der Wunsch desPfalzgrafen, König von Polen zu werden, die seit so vielenJahren unübersteiglichen Schwierigkeiten. Der Kurfürst, demein französischer und ein österreichischer Prinz auf dem polni-10 . Juni scheu Throne gleich unangenehm gewesen wäre, sicherte dem1666 Pfalzgrafen seinen Beistand zu, wofür ihm dieser Ravenstein,das von dem Kurfürsten von Köln durch Austausch zu erwer-bende Rccklingshausen und Haltung der Verträge Polens mitPreussen versprach. Beide Theile wollten den Lubomirski un-terstützen , damit nicht bei Lebzeiten des Königs eine Wahl ver-anstaltet würde, und mit allen Kräften dahin streben, daß diesedurchaus frei sei, wenn der König sterbe oder abdanke. Dannkam, obwohl immer noch nicht ohne viele Mühe, ein Endver-19. Sept, trag zu Stande. Beide Theile übergaben alles Vergangene1666 per Vergessenheit und schlossen für sich und ihre Nachkommeneine ewige Erbverbrüderung Demgemäß sollten die Länder dergesammten Erbschaft immer vereinigt und zum gegenseitigenBeistände verpflichtet sein, Zwistigkeiten durch Schiedsrichter,nicht durch Waffen, entschieden werden, Cleve, Mark und Ra-vensberg dem Kurfürsten, Berg und Jülich mit den Herrschaf-ten Wynendal und Brensandt dem Pfalzgrafen gehören, überRavenstein Schiedsrichter entscheiden, das Direktorium deswestfälischen Kreises beiden Theilen gemeinschaftlich zustehen ^).

Seit dieser Zeit fand ein aufrichtig freundschaftliches Ver-hältniß zwischen beiden Fürsten statt, und wir werden sehen,wie sehr sich der Kurfürst bemühete dem Pfalzgrafen bei dessenBewerbung um die polnische Königskrone nützlich zu sein.Nur wegen der Rechte der Katholiken in dem brandenburgi-

1) kutendorf IX. 8- 48.

2) pusendork IX. tz, 71 f.