Vertrag mit Pfalz-Neuburg. Frankreich. 28L
schm Antheile erhoben sich von Zeit zu Zeit bei wechselndemVerhältnisse Anstöße, die jedoch aus freundschaftliche und bil-lige Weise durch Vertrage beseitigt wurden. Dagegen fühltesich die pfalzisch-neuburgisch-sulzbachische Linie nicht ganz mitUnrecht sehr beeinträchtigt, da sie als nächste Erbin nach demAbgänge des neuburgischen Zweiges in dem Vertrage wesent-lich unberücksichtigt blieb, was bei ihrem fortwährenden Be-streben , ihr Erbrecht auf Jülich und Berg mit AusschliessungKurbrandenburgs zu sichern, noch fast hundert Jahre hindurchden Nachfolgern des großen Kurfürsten vielen Verdruß verur-sachte, weil sie natürlich das Haus Sulzbach im Falle desErlöschens der neuburgschen Linie ausschliessen wollten. Wirk-lich brachten es die Protestationen von Kursachsen und Psalz-Neuburg-Sulzbach dahin, daß der Kaiser erst nach zwölf Jah-ren diesen Vertrag bestätigte. Der friedliche Besitz blieb, bisnach mehr als fünfzig Jahren das Haus Zweibrücken lebhafteAnsprüche erhob ')
Jetzt war der französische Rheinbund im Begriffe sichaufzulösen. Die Zeit, auf welche er geschlossen worden war,lief ab; vergeblich hatte sich Ludwig XIV. bemüht ihn zuverlängern. Mehrere deutsche Fürsten sahen sehr wohl ein, daßder von Frankreich vorgespiegelte Ehrgeiz Kaiser Leopolds ih-nen nicht so gefährlich werden mochte, als die Löwengesellschaftin der sie sich befanden. Der König, welcher feine Absichtenauf Belgien um so weniger aufgcbcn wollte, als die Umständenach dem Tode König Philipps IV. sehr günstig für ihn wa-ren, suchte nun ein neues Bündniß der rheinischen Fürsten zugründen, wodurch der Kaiser abgehalten werden sollte Spa-nien zu unterstützen. Zuerst wurde Pfalz-Neuburg gewonnenund erhielt dafür jährlich eine bestimmte Summe Geldes; balddarauf traten auf gleiche Bedingungen die Kurfürsten vonKöln und Mainz, dann sogar der Bischof von Münster zu.Mruar u.So war hier auf drei Jahre eine Macht von 20,000 Mann Maibereit, den Kaiserlichen den Marsch nach Belgien zu verweh- 1667ren. Der französische Gesandte in Rcgensburg leitete Alles
1) Houssst kistoirs 6e la sureession rux cluclisr cls Oleves,Lerx st lulisn etr. V I. p. 243 ff.