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2 (1837) Von 1640 bis 1688
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Buch IV. Viertes Hauptstück.

dürfe cs keiner Umwege. Sie möchten ihn nicht noch mehrreizen. Er habe langst die Absicht gehabt, die ihm hinsichtlichKalksteins zugefügten Beleidigungen mit den Waffen zu ra-chen, wenn er den Verbrecher nicht in seine Gewalt bekäme.

Als er im geheimen Rathe diese Angelegenheit verhan-delte, sing er an zu bedenken, daß jetzt, wahrend FrankreichAlles mit Besorgniß erfüllte, ein Krieg mit Polen sehr unge-legen sein und zugleich Österreich, welches für den König Mi-chael gestimmt war, abwendig machen würde. Eines Men-schen wegen Viele unglücklich zu machen, schien auch unbillig,angemessener den König, als durch den Übeln Rath Einigerverführt, zu schonen. Daher wurde beschlossen die Sache hin-zuziehen, um den erhitzten Leidenschaften Zeit zur Abkühlungzu gewahren. Es wurde daher geleugnet, daß Kalkstein auf !des Kurfürsten Befehl abgeführt sei, weil dieser wirklich nicht 'vorgeschriebcn hatte, wie und wo das geschehen solle. Auchhatte Brandt Alles auf sich genommen und allgemein verbrei- itet, er habe cs ohne Befehl des Kurfürsten gethan. Also jJanuar wurde dem Opaczki geantwortet: Kalkstein sei einer der größe- -1671 Verbrecher, da er die Einigkeit zwischen beiden Staatengestört habe. Dann wurde der Vorgang mit ihm vom An-fänge an ausführlich wiederholt und mit vielen Schmähungen 'über ihn darzuthun versucht, daß er in Polen keinen Schutzhätte finden sollen. Der König sei nur hintcrgangen worden,solle aber genau unterrichtet werden von den gesammten Ver-hältnissen. Einen Residenten habe der Kurfürst seit langer Zeitin Warschau gehabt, was für die Betreibung der Geschäftevortheilhafter sei als kostbare Gesandtschaften. Dann wurde iMontgommeri in Königsberg öffentlich vorgeladen, insgeheim Iaber vorher reichlich belohnt und erinnert, nach Kolberg oder kanderswohin zu flüchten und sich unter angenommenem Namenzu verbergen. Eusebius Brandt wurde nach Küstrin vor Ge-richt geladen und als er, wie ihm befohlen war, nicht er-schien, ill contumaciam zur Verbannung und dem Verlustesei-ner Güter verurtheilt. Doch geschah das nur zum Scheineund wurde später vom Kurfürsten cassirt, und nachdem sichBrandt zwei Jahre verborgen gehalten, kehrte er reichlich be-lohnt an den Hof zurück, wo er nach und nach zu den höch-