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2 (1837) Von 1640 bis 1688
Entstehung
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207
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Souverai'netät in Preussen. Kalkstein. 207

Hälfte auf sein Bitten erlassen wurde. Sei es nun, daß erden von ihm geleisteten Eid, als erzwungen, für ungültig hielt,oder das gegen ihn eingeschlagene Verfahren überhaupt für un-rechtmäßig ansah, mag ihn der Wunsch, seinem unterdrücktenVaterlande oder auch nur den in ihren Rechten beeinträchtigten> Ständen Hülfe zu schaffen, veranlasst, oder Rachsucht überdie ihm .zugefügten Beleidigungen überwogen, mögen endlich' alle diese Gründe mehr oder weniger auf ihn gewirkt haben,

^ genug, er begab sich nach der Wahl König Michaels nach War- Märzs schau, wo sich auch der jüngere Rhode in hoher Gunst befand. 1670! Sobald der Kurfürst das erfuhr, verlangte er durch seinen da-! sigen Residenten, Eusebius von Brandt, Kalksteins Ausliefe-^ mng. Der König lehnte das Gesuch ab, weil Kalkstein nurdarum nach Warschau gekommen sei, um den Oberbefehl überein ihm früher zustehendes Regiment in polnischen Dienstenwieder zu erhalten. Der ohnehin erbitterte Kalkstein sprachi nun sehr schmählich vom Kurfürsten, wendete seine Bemühun-gen gegen den bromberger Vertrag und rühmte sich, er wollecs dahin bringen, daß der Kurfürst Preussen wieder werde als^ polnisches Lehn anerkennen müssen. Dabei konnte er auf denBeistand vieler Polen rechnen, die über die Ereignisse des letz-tem Krieges höchst feindselig gegen Friedrich Wilhelm gesinntwaren. Dieser schrieb nun eigenhändig an den König undverlangte die Auslieferung Kalksteins als eines meineidigenHochverräthers. Die prcussische Regierung schickte zugleich anLen Residenten von Brandt eine Abschrift der Proceßacten ge-gen Kalkstein, um den König und die Senatoren mit denVerbrechen desselben bekannt zu machen. Durch die aberma-lige Weigerung des Königs, in das Verlangen des Kurfürstenzu willigen, wurden Kalkstein und Rhode noch übermütiger,und dieser rühmte sich, Kalkstein werde dem Kurfürsten öffent-I lich, er aber heimlich genug zu schaffen machen. Nun befahl Maider Kurfürst dem v. Brandt durch den Obersten Friedrich Wil- 1670.l j Helm Lehndorf, darauf zu denken, wie er mit Hülfe einigerbestochenen Polen den Kalkstein gefangen nehmen und nachPreussen schaffen könne. Brandt, um einem so gefährlichenUnternehmen auszuweichen, drang jetzt in den König, denKalk-stein vom Hose zu Äitfernen, und da der Kurfürst dem Könige-