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Buch IV. Viertes Hauptstück.
die Rechte der Stände und die von ihm crtheiltc Assecuration,als unumschränkter Herr, ausser wo ihn Widerstand zur Nach-giebigkeit nöthigte oder Klugheit nach Lage der Umstände dazuricth.
Da die vom Lande bewilligten Abgaben zur Erhaltungder Truppen nicht ausreichten, so sodcrte er eine neue Hufen-steuer und verlangte, daß bei dieser auf den Unterschied desErtrags, auf die dazu gehörigen Wiesen und die Größe desViehstandes Rücksicht genommen und dadurch eine gleichmü-
August ßigere Vertheilung bewirkt würde. Vergeblich suchten Statt-
1664 hEer und Oberräthe die Freien und Cölmer zu einem aber-maligen freiwilligen Zuschüsse zu bewegen, dann aber die Con-tributionsreste einzufodern, von denen wenig einkam,, da sichder Adel keiner Execution unterwerfen wollte. Sie trugen da-her darauf an, den Kriegsstand zu vermindern, da, nach Er-klärung der Landräthe, eine Grundsteuer nur von den gesäum-ten Ständen bewilligt werden könne, was große Schwierig-keiten habe. Sie suchten nun, indem sie eine Accise in An-trag brachten, die Last von dem platten Lande auf die Städtezu werfen. Der Kurfürst wollte weder die Stände berufennoch die Truppen vermindern und behauptete, die Einkünfte
Septembcrdes Landes müssten ausreichen für dessen Bedürfnisse, weshalb
1665 Rechnungsablcgung verlangte. Zm folgenden Jahre bewil-ligte der Ausschuß der Stände ein Geschenk. Als nun die imI. 1663 vertragene Zahlung der Summe für die Accise auf-zuhören im Begriffe war, der Kurfürst neue Rüstungen gegenden Bischof von Münster veranstaltete und die Werbung von1000 Reitern von den preussischen Ständen verlangte, wei-gerten sich diese, indem Preussen nicht verpflichtet sei an Krie-
März gen in Deutschland Theil zu nehmen. Er berief daher noth-
1666 gedrungen die Landstände ausserordentlich, mit derAusfoderung,in geringer Anzahl zu erscheinen, da lediglich die Werbungvon 1000 Reitern Gegenstand der Verhandlung sei. Er fand
Macht und Würde zuerst den Adel, Ledeburs neues Archiv III. 2. Heft,was sich unstreitig auf die erlangte Souverainetät als Herzog-stützte, ve»ihm aber nicht als Kurfürst geschah, obgleich es zuweilen so scheinenkonnte, weil der Kurfürst zugleich Herzog war und er dann auch wei-ter ging.