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Buch IV. Viertes Hauptstück.
26. Oct1663
tcrkanzlcr Johann Lescinski zum polnischen Bevollmächtigtenfür die Annahme der Huldigung in Preufsen ernannt war, daßihm vorher Braunsbcrg hcrausgegebcn werde, dessen sich derKurfürst, wie wir oben gesehen haben, statt Elbings bemäch-tigt hatte, ferner Stellung von Hülfstruppen gegen Rußlandnnd endlich, daß der Kurfürst Prcusscn nicht mit Gewalt zur !Huldigung zwinge. Vergeblich wollte dieser seine Ansprücheauf Elbing geltend machen, er hatte bald Ursache zu besorgen,Polen würde, wenn es Frieden mit Rußland schlösse, Preus-sen angreifen, da der Königin viel daran lag, unter irgendeinem Vorwände zur Ausführung ihrer Entwürfe fremde Trup-pen in das Land zu bringen. Dem Bischöfe von Ermlandhatten ohnehin einige der preussischen Stande 100,000 Guldettgeboten, um ihn gegen den Kurfürsten zu stimmen. Dieserbeschloß daher, obwohl sehr ungern, Braunsberg aufzugeben;doch war das Mistrauen beiderseitig so stark, jeder so besorgthintergangcn zu werden, daß der Kurfürst die Stadt erst nach ider Huldigung herausgeben wollte, der Bischof aber sie, wennauch nur wenige Stunden vor der Huldigung, ihm zurückge-stellt verlangte. Er war selbst damit nicht zufrieden, daß diebrandcnburgische Besatzung schwören sollte -sie ihm sogleichnach der Huldigung einzuräumen, bestand vielmehr auf diewirkliche Auslieferung vorher. Nach langwierigen Unterhand-lungen und nach erhaltener Zusicherung, daß der Bischof, wennihm Braunsberg zurückgcgeben sei, doch der Huldigung keinHinderniß entgegensetzen wolle, gab der Kurfürst nach und wil-ligte in die Herausgabe der Stadt, auf welche der Bischofdeshalb so nachdrücklich vor der Huldigung bestand, weil erhoffte, die preussischen Stande würden diese verweigern. Da-her wollte er auch die Übertragung der Souverainetat an denKurfürsten vor dem Huldigungseide erneuern, was dieser ab-lehnte, da er sie bereits übe.
Nun lud der Kursürst die Stande nach Königsberg zurHuldigung ein. Die polnischen Bevollmächtigten kamen dahinund wurden feierlich empfangen. Am nächsten Tage gab derKurfürst dem Bischöfe von Ermland Braunsberg zurück underhielt den Huldigungseid von den Oberrathen und vornehm-sten Beamteten.