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L0. Juli1662
102 Buch IV. Viertes Hauptstück.
würden. Kurfürstliche Truppen rückten in die Nähe von Kö-nigsberg. Allein der Muth der Bürger war noch nicht gebre-chen; sie griffen auch ihrerseits zu den Waffen und erbaten sichvon Czarniezki, der im Ermlande befehligte, Beistand an Trup-pen, welche sie in Königsberg aufnchmen wollten. DicKneip-höser brachten ihre Kanonen auf die Walle und bezogen dieWache. Um cs nicht auf das Ausserste ankommen zu lassen,versprach jetzt der Statthalter, sobald die Bürger die Waffenniederlcgcn würden, sollten auch die kurfürstlichen Truppen zu-rückgezogen werden, suchte die Bürger zu besänftigen und denKurfürsten von einem unter diesen Umständen sehr gefährlichenGewaltstreichc abzuhaltcn. Vergeblich foderte dieser von denGerichten die Verhaftung Rhodc's; sie lehnten das ab, weiler keines Verbrechens überwiesen sei. Der Magistrat weigertesich die Verhaftung zu unternehmen, weil er einen Aufstandfürchtete. Vergeblich schrieb der Kurfürst an das kneiphvsischcGericht und befahl diesem, bei Verlust aller Privilegien undseiner Gnade, Rhoden gefangen den Oberräthen auszuliefern,wobei er versicherte, dieser solle nach den Gesetzen behandeltund einige Mitglieder des Gerichts zugczogen werden. Erverlangte, Rhode solle in seinem Hause in Gewahrsam blei-ben, doch der erschien öffentlich, und sowohl das Gericht alser foderten gerichtliche Untersuchung ').
In Warschau musste Hoverbcck den durch den Krieg mitden Kosacken und Russen und innere Unruhen bedrängten Kö-nig um einen Wideruf des an Rhode gegebenen Schreibensangehen, und erhielt wirklich, unter dem großen Siegel, diewesentlich allerdings wenig sagende, doch ausserdem wichtigeErklärung, daß durch den brombcrger Vertrag des KurfürstenLage verbessert, die der Stände nicht verschlimmert worden sei.Da er nun höre, daß unter dem Vorwände gewisser Schreibenseine Absicht und die Gültigkeit der Verträge in Zweifel gezo-gen werde, so bctheuerc er für sich und das Reich, die Ver-träge halten und nicht zugeben zu wollen, daß irgend etwas izur Schwächung derselben unternommen werde. Da ihm dasWohl des Landes am Herzen liege, so wolle er, daß dieses
1) kukenlloi t IX. 8- 48.