den Vertragen gemäß behandelt werde, was er vom Kurfür-sten nicht bezweifle '). Einigermaßen zufrieden damit, daß dieSouvcrainctat des Kurfürsten von Seite des Königs aner-kannt wurde, drang nun Hoverbeck mit Beschwerden über dieköniglichen Schreiben an die Königsbergs und an Rhode, derKurfürst aber mit offenen Drohungen so weit durch, daß derKönig jene Schreiben, wenigstens unter der Hand, für er-schlichen erklärte, sich gegen den Kurfürsten entschuldigte undihn zugleich bat, seine Unterthanen nicht aufs Äußerste zu brin-gen, damit diese nicht zuletzt Beider Oberherrschaften abwürfenund einen andern Schutzherrn suchten.
Der Kurfürst, welcher hier nicht mehr hatte wünschenkönnen, als daß durch ein so widersprechendes Benehmen desschwachen Königs das Vertrauen seiner Gegenpartei auf pol-nische Unterstützung erschüttert würde, sah sich dennoch genö-thigt etwas einzulenkcn. Er bemühetc sich sehr die Königs-berger davon abzuhalten, neue Abgeordnete nach Warschau zuschicken, wodurch der König hätte bewogen werden können, ih-nen abermals günstige Erklärungen zu geben. Er ließ daheralle Straßen nach Polen durch Truppen besetzen, gewann dasGericht der Altstadt, gegen welches früher ein und sechszig Pö-nalmandate erfolglos gewesen waren, und wollte sich damit be-gnügen, die Accise, wenn die Königsbcrgcr sie nur acht Tagebezahlten oder ihr wenigstens nicht widersprächen, für einefrüher von ihnen angebotene, von ihm aber abgelehnte Ab-standssumme von doch wenigstens 300,000 Gulden aufzuge-bcn, jedoch unter der Bedingung, daß sie zugleich vom Wi-derspruche gegen die Souverainetät und von der beabsichtigtenSendung nach Warschau abstünden ^). Dennoch hatte daskeinen günstigen Erfolg. Selbst Mehrere vorn Adel protestir-tcn gegen die Accise und schon fürchtete man, Rhode werdedas auf den Kurfürsten so eifersüchtige Schweden in dieseVerhältnisse verwickeln, als dieser anzeigte, er werde selbst nachPreußen kommen und die Stände wegen aller noch unerledig-
1) Das Schreibe» bei Baczko V. p. 485.
2) Schreibe» des Kurfürsten bei Baczko V. p, 485. vertzl. p.
ZZ7 ff.
Stcnzel Gcsch. d. Preußisch. Staats. II. ^
August
1662