Souvcrainetät in Preussen.
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Der Kurfürst ließ hier vorstellen, wie fast alle benach-barte Potentaten in mächtiger Armatur begriffen und wie zubefürchten stehe, es möchten die erschreckliche Omina, so sichzeithero in fast allen Elementen ereignet, den Landern aufsneue wohlverdiente Landplagen andräuen, weshalb er den Eidals Souverain verlangte, ohne doch die Privilegien vernichtenzu wollen. Das Heer könne er nicht vermindern, zu dessenUnterhalt sollte nun im Allgemeinen ein bestimmter Beschlußgefasst werden, damit künftig Jeder zu Hause bl-iben und sei-ner Wirthschaft warten könne. Das hieß den ständischen Frei-heiten die Axt an die Wurzel legen ').
Die Stände fühlten recht gut, warum es sich handle, unddas bisherige Verfahren des Kurfürsten war nicht geeignet siehinsichtlich der Folgen der Souvcrainetät, wie er sie verstand,zu beruhigen. Sie wollten sich daher, so wenig sie im Grundeden Polen geneigt waren, doch des möglichen Schutzes gegenwillkürliche Herrschaft, welche sie unter Souvcrainetät ver-standen, nicht begeben, erklärten daher, sie könnten durch das,was ihnen bisher mitgetheilt worden, ihren Eid gegen Polennicht für gelöst halten; dazu wären polnische Bevollmächtigtenöthig; sie glaubten auch nicht, daß der Kurfürst die Souve-rainetät so verstehe, daß sie nicht sollten in Warschau klagenkönnen, wenn ihre Privilegien verletzt würden, denn ausserdemwürden alle ihre Freiheiten und Rechte dahin sein. Der Ober-präsident von Schwerin suchte sie durch die Vorstellung zu be-ruhigen, daß die Landesprivilegien bei der Souvcrainetät un-angetastet blieben, und es wurde nun alle Mühe angewendet,fortwährend Spaltung unter den Ständen zu erregen und we-nigstens die kleinen Städte und auch einzelne Abgeordnete zugewinnen, was auch gelang. Auf der Königsbergcr und derbeiden v. Kalkstein Veranlassung blieben aber die Stände dabeiAbgeordnete nach Warschau schicken zu wollen und schriebendem Kurfürsten, um diesen Schritt zu rechtfertigen: sie wünsch-ten ihm Glück zu seinen Erfolgen, doch hätten sie aus denVorlagen entnommen, er wolle ihre Privilegien nicht nach al-ter Art und den Landesstatuten, sondern den neueren Verträgen
so. Mai1661
7. Juni1661
I) Baczko V. x. 480. vergl. x. Z15 ff.