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2 (1837) Von 1640 bis 1688
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165
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Rückblick. 165

zu behalten, und erst nach fast vierzig Jahren wusste sein Sohnsich durch die gewaltsame Besetzung Elbings Gcnugthuung zu

verschaffen.

Dieser fünfjährige Krieg hatte alle Lander der Theilnch-mcr und auch die des Kurfürsten, vorzüglich Preusscn, unge-mein erschöpft. Ausserdem aber, daß der Kaiser das polnischeReich, die Generalstaaten Dänemark, die Franzosen endlichSchweden gerettet und so allgemeine Staatszwccke erreicht hat-ten, war doch der Kurfürst der Einzige von Allen, dessen Machtwesentlichen Zuwachs erhielt '), obwohl dieser weit geringerwar, als er beabsichtigte. Erstens, und das ist der Hauptpunct,war die Befreiung Preußens von der polnischen Lehnbarkeit einfür den Kurfürsten und dessen weitere Entwürfe unermeßlicherGewinn. Die damit cngverbundene und nun zugleich vonPolen anerkannte Souverainetät über das Land musste zwar erstnoch wirklich eingeführt werden, allein es ließ sich doch baldvoraussehcn, daß der gewandte und kräftige Kurfürst sie gegendie Stände in einer Ausdehnung geltend machen würde, andie bei dem welauer Vertrage nicht Jeder gedacht hatte. Somusste sich in dem kleinen Winkel eines großen Reichs durcheine an das Wunderbare grenzende Verknüpfung von Verhält-nissen, Schritt vor Schritt, der Keim zum Untergange dessel-ben entwickeln/und auf der andern Seite deutsches Leben nachund nach die südlichen Gestade des baltischen Meeres bis zumfernen Osten frei einnehmen und Europa's edelstem Völker-stamme für die späte Zukunft eine weit ausgedehnte Herr-schaft sichern, welche es mit den Slavcn nicht theilen wird.Wahrlich, das Schicksal musste erfüllt werden. Von derZeit, in welcher der feige Konrad von Masovicn den deut-schen Orden gegen die tapfcrn Preusscn rief und dieser hiereine deutsche Herrschaft gründete'), von der Zeit an begann

Y Wie schon Lengnich VII. p. 241 sehr richtig bemerkt. DerGewinn Schwedens war gewiß gegen die Verheerung Pommerns u. Bre-mens und die Erschöpfung des Reichs sehr gering.

2) Man darf wohl kaum darauf aufmerksam machen, daß KonradsVerfahren selbst nur eine Folge der Zerrüttung des damaligen polnischenReichs war, und daß überhaupt nicht auf Einzelnhcitcn, deren Ver-knüpfung hier angedeutet ist, ein zu großes Gewicht gelegt werde. Po-