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2 (1837) Von 1640 bis 1688
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Buch IV. Drittes Hauptstück.

30. Juli

KM,

auf jener bald von den Polen verlassenen Höhe eine sehrgünstige Stellung ein, ließ eben so wie die Schwedenauf dem rechten Flügel Geschütz ausfahren und das polni-sche Lager beschießen. Die Stellung des Kurfürsten wurdeGegenstand der heftigsten Angriffe. Zweitausend tatarischeReiter sielen ihn im Rücken, dann in der linken Seite an, daspolnische Fußvolk rückte aus den Schanzen zum Angriffe vor.Doch treulich unterstützt von Karl Gustav, der unter fortwäh-rendem Gefechte mit dem gesammten übrigen Heere hinter demKurfürsten wegzog und nun den linken Flügel ausmachte, be-hauptete sich der Kurfürst, der nun den rechten Flügel einnahm,nach tapferer Gegenwehr, und die Polen waren gcnöthigt, nachlebhaftem Widerstande, den Verbündeten einen Theil desSchlachtfeldes zu überlassen und sich mit Anbruch der Nachtin ihre Schanzen zurückzuziehen. Endlich am dritten Tagegingen Brandenburger und Schweden zum eigentlichen Haupt-angriffe auf die feindliche Stellung über. Zuerst griff Sparr,aus Anordnung des Königs, den durch viele Verhaue befestig-ten und von dem polnischen Fußvolke stark besetzten Wald vorPraga mit Muth, Einsicht und Erfolg an. Zugleich bemach-tigte sich, wahrend die Schweden ihrerseits den Feind beschäf-tigten, durch einen unerwarteten Angriff Friedrich Wilhelm dermit feindlichem Geschütze besetzten Höhen. Als das dahinterstehende Fußvolk das sah, sing es an in Unordnung zu gera-then, worauf der Kurfürst die Geschütze spielen ließ und mitSparr weiter vorrückte, die Polen aber sich in großer Ver-wirrung gegen die Weichselbrücke flüchteten. Vergeblich warenJohann Kasimirs thätige Bemühungen, vergeblich die lautenErmahnungen der Königin, den Adel und die noch übrigenTruppen zum Widerstande anzufeuern. Als der König sah,daß sich der Sieg von ihm abwende, rettete er sich flüchtigzuerst über die Brücke und in wildem Gedränge folgten ihmseine geschlagenen Truppen. Nur die Nachricht, sie wolltensich ergeben, und die Besorgniß des Kurfürsten, sic möchten zurVerzweiflung getrieben werden, wenn man ihnen zu hart zu-setze, vielleicht selbst auch der Gedanke an die Zukunft, welcheihn zur Schonung auffoderte, rettete einen großen Theil derTrüinmer des Heeres. Dennoch räumte Johann Kasimir so-