Karl Gustav gegen Friedrich Wilhelm. 109
dings sehr wenig bedeutendes Erbrecht auf Schweden und nochdas den Schweden gehörige Livland als Lehn an.
Karl Gustav, der die Absichten des Kurfürsten bald cr-rieth, verfolgte aufmerksam jeden seiner Schritte. Schon ge-gen Ende Septembers hatte er das Lager der kulmer Ritter-Septemberschaft bei Brombcrg angreifen und sprengen lasten, im Octoberhatte Horn von Pommern aus Schwetz erobert, dann Tuchcl,
Könitz und Friedland eingenommen. Magnus de la Gardie,der bisher die Russen in Lithauen beobachtet hatte, zog nunmit 7000 Mann durch Preussen an die untere Weichsel. Zu-gleich eröffnete General Stenbock die Feindseligkeiten gegen die NovemberBrandenburger, indem er von der Mündung des Bug überStrasburg aus Thorn vordrang. Dorthin begab sich auchder König mit 7000 Polen unter Konicczpolski und foderte,auf geführte Beschwerde des Kurfürsten wegen feindlicher Bc-DcccmbeeHandlung, die schleunige Räumung des polnischen Preussens,dann bestimmte und baldige Erklärung, ob der Kurfürst Freundoder Feind sein wolle, da man wohl wisse, daß er sich mitJohann Kasimir zur Vertheidigung Preussens verbündet habe,wo man daher keine Macht aufkommen lassen wolle, währendsich Johann Kasimir erhole. Thorn, Marienwerder, Elbing,
Dirschau, Stargard, überhaupt die meisten Plätze, welche dieBrandenburger besetzt hatten, wurden von diesen nicht ohneVerlust geräumt oder von den Schweden leicht zur Übergabegezwungen und die Besatzungen unter die Schweden gesteckt.
Nur das damals noch mächtige Danzig widerstand den ob-wohl durch eine Flotte unterstützten drängenden Zumuthungender Schweden, verwarf selbst die Parteilosigkeit und blieb derSache des polnischen Königs mit großen Opfern treu'). KarlGustav drang nun, ohne sich durch die beweglichen Abmah-nungen und Vorwürfe des Kurfürsten, der mit seinen Trup-pen überall zurückwich, im Geringsten abhalten zu lassen, leichtin das herzogliche Preussen vor, besetzte Welau und war baldin Krcuzburg, drei Meilen von Königsberg, welches er bedrohete H. 26. Dcc.
1) Illeatr. Lurop. VIl. p. 9l7. Der König erhob hier seitdemsehr hohe Hafenzölle, was die Holländer noch mehr aufbrachte. I-ettresäs Witt I. p. 3S3.
2) ?ulenäork V. 63 ff. Oarolus dustavus II. 82 ff. Leng-