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Buch IV. Drittes Hauptstück.
Friedrich Wilhelm wollte es unter diesen Umstanden nichtauf das Äufferstc ankommen lassen, schickte sich in das Noch-wendige und bcmühcte sich durch gewandte Unterhandlungenso viel Vorthelle als möglich, sogar den Besitz Ermlands unddie Neutralität zu erhalten. Er bot sich, für Ermland, einenTheil Samogiticns und Lithauens nebst der Souverainctat übersein Preusscn, zum Bundesgenossen Karl Gustavs an, woraufdieser jetzt nicht mehr eingehen wollte *). Da er sich nicht schnell ,genug fügen, sondern nach seiner Gewohnheit Zeit gewinnen,durch Verhandlungen hinziehcn und bartnackig auf einzelne 'Puncte bestehen wollte, rückte Karl Gustav immer naher gegen17. Jan. Königsberg und zwang ihn, sich wegen des Herzogthums Preus-1056 ^ zum Vasallen der Krone Schweden in derselben Art znbekennen, wie er es früher von der Krone Polen gewesen, dieihn jetzt verlassen, wodurch das Lehnsband aufgelöst sei. Zu-gleich gab ihm der König das Bisthum Ermland als schwedi-sches Lehn mit näheren Bestimmungen über die Lehnsvcrhält-nisse dieser Länder, welche in mehrfacher Hinsicht für den Kur-fürsten günstiger gefasst wurden, als er sie früher gegen Polenhatte. Er wurde jedoch verpflichtet, für Schweden 1500 Mannzu stellen, den Schweden freien Durchzug und den Gebrauchder Seehäfen zu gestatten. Er versprach ferner, den FeindenSchwedens keinen Vorschub zu thun, verzichtete auf die mitden Ständen des königlichen Preussens abgeschlossene Verbin-dung, räumte dieses Land und die noch besetzten Festen Ma-rienburg, Stuhm, Bromberg und einige andere Plätze undthcilte die Einkünfte der Hafenzölle mit dem Könige von Schwe-den, wogegen dieser auf die früher von Preussen jährlich anPolen zu entrichtende Geldsumme verzichtete, die Errichtungeines Appellationsgerichtshofes, mit Zuziehung der prcussischm
n ich S- 145 ff. Xo «Iiovvslei a. a. O. p. 84. Xu6a>vslet p. 21lsf.Der hat auch p. 214 das Schreiben Karl Gustavs an den Kurfürstenvollständig, das Pufcndorf a- a. O. Z. 72. nur im Auszuge gibt.
Die Vorwürfe, welche beide Lheile einander machten, klaren den Gangder früheren Unterhandlungen auf in kukonäork 6ar»I. 6ust,
II. 63.
1) S. d. Schreiben im llieatr. Xurop. VIII. p. 744. Früher hatteihm der König das bewilligen wollen, nun war es zu spät.
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