108
Buch IV. Drittes Hauptsrück.
Abmahnen zu achten. Hier bewog er die in Maricnburg ver-sammelten Stande des königlichen Prcussens, hauptsächlich denAdel, durch die Versicherung, er stehe an der Spitze von 20,000Mann, nach vielen Bemühungen, sich mit ihm zur gemein-schaftlichen Vertheidigung des Landes zu verbünden, 4000 Mannzu stellen und ihm die oberste Leitung des Kriegswesens zuNovember übertragen'). Er selbst hielt im Purpurgcwande auf einem >meisten Pferde seinen prachtvollen Einzug in Marienburg, wurdeDecember festlich als Netter empfangen, und Sparr besetzte mehrere festePlatze des Landes, mit dem Befehle, den Schweden den Durch-zug durch des Kurfürsten Gebiet zu weigern und deren Be-wegung gegen das königliche Preussen möglichst zu hindern^).Zwar weigerten sich die großen Städte, vorzüglich Danzig undElbing, dem Bunde zuzustimmcn ^), dagegen zeigten die Lithauerund Masovicr Neigung, von Schweden abzufallen und sichmit dem Kurfürsten zu verbinden. In Großpolen wurde einAusstand nur durch schwedische Regimenter unterdrückt. Dochsahen auch die Polen voller Argwohn auf den Kurfürsten undbewachten ängstlich jeden seiner Schritte, da auch sie immerbesorgten, er sei einverstanden mit Schweden und suche nichtsals sich des königlichen Prcussens zu bemächtigen, während crebenso fürchtete, die Städte dieses Landes würden ihrerseitszu den Schweden übergehen *).
Der flüchtige Johann Kasimir, dem der Kurfürst Nach-richt von seinem mit den Ständen des königlichen Prcussensin Marienburg abgeschlossenen Bunde gab, billigte denselbenvon Oberglogau in Schlesien aus sehr gern. Hoch erfreuet,irgendwo Beistand zu erhalten (wie er meinte), bot er dem jKurfürsten für die Vertheidigung des königlichen Prcussens dieAufhebung des Lehnsverbandes für das herzogliche Preussenan, mit alleinigem Vorbehalte des Rückfalls an Polen nachdem Abgänge des hohenzollernschen Mannsstamms, ja, um ihnnoch mehr zu gewinnen, bot cr ihm sogar sein damals allcr-
1) ? ulen (lork V. 58. Luäa^vsleip. 184.
2) Sparrs Leben S. 31.
3) Leng »ich Preussen unter Johann Kasimir S. 110 ff.
4) Hoeliovvslci Olimscter II. I!b. 1. p. 83. kulenilork V. 60.