Staatsklugheit.
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und verspottet worden wäre er noch dazu. Das allein kannPreussen mit einer solchen, damals gewöhnlichen Handlungs-weise einigermaßen versöhnen, daß ihr Preis doch die Grün-dung und Erweiterung einer selbständigen Macht war, welcheder Kern so vieles Großen, Guten und Schönen werden sollte,wahrend von andern Fürsten auf gleiche Weise gehandelt wur-de, ohne irgend einen großen Zweck, vielmehr nur zu oft umniedrige Leidenschaften der Tyrannei, der Habsucht und derWollust lcicbter befriedigen zu können. Auf diese Weise findenwir den Kurfürsten einigermaßen vorbereitet, die günstigenUmstande, welche sich etwa darbicten möchten, nicht ganz unge-nützt vorübergehcn zu lassen, jedenfalls allen unter solchen Ver-hältnissen möglichen Vortheil von ihnen zu ziehen.
Während der furchtbarste Krieg, der je Deutschland traf,Raub, Mord und Brand, Seuchen und Pest in seinem Ge-folge, alle Theile des unglücklichen Reichs vom Herzen bis zuden äußersten Enden mit fast gleichmäßiger Wuth durchzog,die Länder zu Wüsten, die Fürsten zu Bettlern, die Bewoh-ner zu Sclaven, die Heere und ihre Führer zu Herren zumachen drohete, wurde seit mehreren Jahren in Hamburg überden von Millionen ersehnten Frieden verhandelt. So lange abernoch eine der Parteien irgend Hoffnung hatte die Oberhandentscheidend zu behaupten, ja so lange noch beide Theile einigeKraft besaßen den Krieg fortzusctzcn, so lange war an einefriedliche Übereinkunft nicht zu denken. Nachdem die Verhand-lungen begonnen hatten, weil Jeder den Vorwurf scheuete, Ur-sache der Fortsetzung des schrecklichen Kriegs zu sein, stritt manüber Nebendinge, über die Form der Vollmachten und derPässe, über Titel und Rang, so daß die Art wie diese Ver-handlungen geführt wurden, klar bewies, nicht die friedlicheGesinnung aller kriegführenden Mächte, sondern nur ihre äussersteErschöpfung werde zur allgemeinen Beilegung des großenStreits führen. Daher hatte der Gang der Kriegsereignissefortwährend entscheidenden Einfluß auf den der Verhandlun-gen, bis zuletzt die Last für Alle gleich unerträglich wurde, wo-bei es wieder für Jeden hauptsächlich darauf ankam, seine Ohn-macht dem Andren zu verbergen. Nur die Unmöglichkeit desKriegs machte den Frieden möglich.