mung der geheimen Räthe vorzunehmen, dem Markgrafen Ernst,dem Sohne des tapfern für die Sache der Evangelischen un-tergegangenen jagerndorser Johann Georg '). Er wollte nun dieRegimenter der Obersten Kracht, Goldacker und Rochow ganzentlassen, allein diese weigerten sich, weil ihre Capitulation vonvier Jahren noch nicht abgelaufen sei. Rochow erbot sich dasKommando von Spandau, nicht aber den Befehl über seinRegiment niederzulegen, weil das dem Kaiser gehöre. Wolleihm der Kurfürst das mit Gewalt nehmen, so müsse er es ge-schehen lassen^); doch soll er dazu gedrohet haben, er werdein einem solchen Falle Spandau in die Luft sprengen DaGewalt gegen einen so entschlossenen Mann, der, man fühltedas wohl, in seinem Rechte war, hatte gefährlich werden kön-nen, so nahm der Kurfürst seine Zuflucht zur List. Der neueStatthalter wurde veranlasst ihn zur Jagd nach Berlin einzu-laden und ihn dort gefangen zu setzen; auch des Kracht undGoldacker bemächtigte sich der Markgraf so. Sic entflohensämmtlich, wahrscheinlich nicht ohne Vorwissen des Kurfürsten,der ihnen wesentlich rechtlich nichts anhaben konnte, und be-gaben sich nach Österreich. Der Kurfürst überließ nun demKaiser auf dessen Verlangen die Regimenter, dankte die übri- Junigen bis auf 200N Mann zu Fuß und 200 Reiter') (wohl 1641als Leibgarde zu Roß) ab, bildete aus diesen drei Regimenterund dann noch ein Regiment Leibgarde zu Fuß von 900 Mann,sodaß seine gcsammte Heeresmacht wenig über 3000 Mannstark war und in Wahrheit als erste Grundlage und Kern des
! stehenden Heeres angesehen werden muß'). Die märkischen
1) Eosmars Staatsrath S. 189. Die neue Instruction ist vom2. April wohl alten Styls.
2) Cosmars Schwarzenberg S. 329.
3) Landtagsreceß vom 21. Juli 1641. Stuhrs KriegsvcrfassungS. 155. gibt nur 150 an.
^ 4) Die einzelnen kleinen Abthcilungcn, welche die früheren Kurfür-
sten während des Friedens als Leibwache bcibchielten, können eigentlichals Grundlage des stehenden Heeres gar nicht in Betracht kommen;selbst die unter Schwarzenberg während des Kriegs eingerichtetenSöldnerhaufcn legten nicht den Grund zum stehenden Heere, auch nichtdie zur Eroberung Pommerns geworbenen Truppen. Aus diesen wurde