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2 (1837) Von 1640 bis 1688
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! Friedrich Wilhelm- Jugendjahre. 15

ncm Lande schuldig!" Er begab sich sofort zum Prinzen Fried«I rich Heinrich in das Feldlager vor Breda. Als dieser den

^ Grund der plötzlichen Ankunft des Jünglings erfuhr, klopfte

er ihm auf die Achsel und sagte:Eine solche Flucht ist hel-

denmüthiger, als wenn ich Breda eroberte. Vetter, Ihr habt! das gethan, Ihr werdet mehr thun. Wer sich selbst besiegenkann, der ist zu großen Unternehmungen fähig." Diese Wortedes großen Fürsten machten einen so tiefen Eindruck auf Fried-rich Wilhelm, daß er sie lange bewahrte. Ihre Beachtungschützte ihn auch, was bei Fürstensöhnen damals so selten war,vor dem am Hofe seines Vaters gewöhnlichen Laster der Böl-lerci, dem er sich nie ergab, und regte sicher seinen Ehrgeizlebhaft an, die Prophezeiung eines Mannes, wie FriedrichHeinrich, nicht zu Schanden werden zu lassen. Man darf kaumzweifeln, daß schon damals der junge Fürst erfüllt war vondem Gedanken, den er wahrend seines thatenreichen Lebens ver-folgte, seine Macht, welche mit der seiner Staaten zusammen-fiel, möglichst zu erhöhen, was dann bei der Neigung zum äus-scrn Glanze zuweilen wohl als Eitelkeit und Prachtliebe her-vortrat. Das Verhältniß zu seinem Vater und dem mächtigen! Schwarzenberg im Gegensätze seiner Mutter und der damalsunterdrückten schwedischen Partei legte ihm auch ausserdem die! Nothwendigkeit auf, sich zu beherrschen und seine inneren Em-pfindungen und Meinungen nicht offenkundig werden zu lassen.Später, als Fürst, nöthigte ihn oft seine Lage dazu und trotznatürlicher Heftigkeit, die er nicht immer sogleich völlig zu be-zwingen wusste, wurde er in der Verstellungskunst als Staats-mann sehr früh Meister.

Kaum war er aus Holland zurückgekehrt, als er lebens-gefährlich krank, doch bald hergestellt wurde, worauf er sichmit seinem Vater nach Königsberg begab und dort bis zudessen Tode blieb. Obgleich nun seine Vertrauten jene Krank-heit als Folge eines ihm von Schwarzenberg beigebrachtenGiftes darstellten und er das vielleicht selbst glaubte'), so blieb

August

1638

1) So viel wird man wohl von des Kurfürsten Äusserung gegenGarli'ep von der Mühlen halten dürfen, welche Ölrichs in seiner Nachrichtvon den Schriften desselben S. 40 gegeben und die man, wie die lächev-