Einleitung.
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Deutschland für einen katholischen Staat wohl kaum möglich,neben, das heisst gegen Österreich, aufzukommen, wie es BaiernsMaximilian versuchte. Nach so grauenvollen Erfahrungen, wiesie der dreissigjährige Krieg bot, schreckte zwar Jeder vor einemoffenen Religionskriege zurück, allein in den Cabinetten undselbst in den Völkern wirkte die Religion noch lange auf diePolitik. Wie hatte nun, ohne Kirchenspaltung in Deutschland,Baiern gegen Österreich angehen und dieses ganz von derobersten Stelle verdrängen können? denn darauf wäre es an-gekommen. Was würde nicht Österreich Alles in Bewegunggesetzt, was würden für Baiern die Protestanten gethan haben?Anders war es mit diesem. Seitdem die Macht des pfälzi-schen Hauses zersplittert, dann die Kur (1,685) an den katho-lischen Philipp Wilhelm von Neuburg gekommen war, hätteunstreitig Sachsen die nächste Anwartschaft gehabt, sich an dieSpitze zu stellen, wenn hier nicht schon an sich das Luther-thum in schroffer Ausschliessung die Vereinigung der Evange-lischen erschwert hätte. Nicht weniger hatte schon in dieserBeziehung längst die arglistige, für die Protestanten schmach-volle und verderbliche Staatsklugheit des Kurfürsten JohannGeorg I. (1611—1658), dann der Leichtsinn, die Gcnußliebeund Verschwendung seines Sohns Johann Georgs H. (bis1680) gehemmt. Die eilsjährige Regierung des kriegerischenJohann Georg HI. konnte dem Staate nicht die Kraft lassen,noch neben dem großen Kurfürsten aufzukommen. Bald nach-her (1696) lenkte Friedrich August den Ersten die polnischeKönigskrone von Deutschland, und sein Übertritt zur katholi-schen Kirche die Evangelischen von ihm völlig ab. Auf einerandern Seite strebte das Haus Braunschweig-Lüneburg, untertalentvollen und unternehmenden Fürsten, lebhaft empor; dochhinderten erst Theilung und Familienzwist, dann die Aussichtauf Erwerbung der englischen Kömgskrone, endlich ihr Besitzdie Entwickelung der von ihnen rüstig entfalteten Kräfte inDeutschland. Keiner der übrigen Reichsfürsten konnte mitBrandenburg wetteifern, und zwei fremde Kronen mussten dieRivale ableiten und gerade unter dem schwachen Friedrich III.den Schauplatz frei und für eine neue Krone Raum lassen.Die brandenburgischen Fürsten konnten als die mächtigsten