wolle«, für wen ich leiden mußte, und bestrebte sich, mir den Dankdafür auszudrückcn. Mit Wohlwollen und Freundschaft drängtensich die Menschen aus allen Klassen zu mir. Man scheute sichnickt mir seine Liebe offen zu zeigen, und von andern Seiten ka-men auch geheime Anerbietungen. Da gedachte ich der WorteNapoleons, wie ich schon oft Gelegenheit gehabt hatte, mich ihrerzu erinnern: „Meine lieben Freunde, wenn Ihr einst nach Europazurück kommt, so werdet 2hr sehen, daß ich auch noch von hieraus Kronen ertheile." Und giebt cö wohl etwas Reineres undSüßeres als die Achtung, die Liebe und Freundschaft von Men-schen, die man nie gesehen hat, denen man ganz unbekannt ist.Welche Hand, sei sie auch noch so allmächtig, kann Gaben dieserAre verleiben? — Ich fand diese Gesinnungen gegen mich in denGasthäusern, wie auf der Heerstraße und überall. Die Postillons,die Gendarmen und wen ich nur auf meinem Wege traf, alle wen-deten sich mit einer Art freudigen StolzcS an mich. Der Einesagte: Ich habe bei der kaiserlichen Garde gedient; ein Andrer:Ich war französischer Gendarmc; ein Dritter: Ich bin Soldat un-ter Napoleon gewesen. Diese Erinnerungen und das daraus flie-ßende Wohlwollen zeigte sich in allen diesen Staaten und unterallen Ständen. Zweimal erhielt ich in Belgien das Anerbieten,daß man mich befreien wolle; alles, lies man mir sagen, sei genauberechnet. Das war ganz der nämliche Fall wie mit dem ameri-kanischen Kapital» auf dem Kap; ein Vorschlag, den späterhin nochzwei Engländer wiederholten, die mich gar nicht kannten, und welcheentschlossen waren, von London nach Frankfurt zu kommen, um michdorr wegzuholen, weil sie sich daselbst meine Lage schlimmer Lach-ten, als sie war. Allein meine Antwort blieb immer die nämliche:Wozu soll das helfen? Warum sollte ich meine gerechte Sacheverderben ?
Diese sorgliche und zarte Thcilnahme erstreckte sich selbst bis aufdie Diener der Behörden. Einer derselben, dem die Aufsicht übermich anvcrtraut war,.erbot sich dennoch, jede Schrift, die ich ihmanvertraucn wolle, richtig zu bestellen. Ich benutzte dieses Aner-bieten, weil ich selbst in dem Falle, daß darunter eine noch so böseAbsicht verborgen war, doch nichts zu befürchten hatte, um einersehr ausgezeichneten Person in England eine etwas stark abgefaßteNote von sechs Zeilen zuzusenden, worinnen ich die mir seit einemJahre von den englischen Ministern wicderfahrne Behandlung schil-derte und dabei bac, sie, wo nur immer möglich, in öffentlicheBlätter einrücken zu lassen. Ick fügte den Auszug des Briefes