Druckschrift 
11 (1824)
Entstehung
Seite
161
Einzelbild herunterladen
 

161

Fahrt nach Europa.

Zeitraum von beinahe hundert Tagen.

Mittwochs am 20. August bis Freitags am 15 . November.

Gegen Abend gingen wir, in Begleitung unsrer beiden trefli-chen Wirche von Tigerberg und vom Kap, deren treue Pflege, de-ren unendliche Aufmerksamkeit bei so vielen sonstigen Beweisen wahr-hafter Liebe uns zu der innigsten Dankbarkeit verpflichtete, an denStrand. Die Luft war still, aber so wie wir den Fuß ins Bootsetzten, erhob sich, wie durch ein Wunder, ein günstiger Wind.Wir rüsten Alle laut aus, das sei eine gute Vorbedeutung, aberleider! traf sie nicht ein. Man wird weiterhin sehen, daß unsreFahrt ganz ungewöhnlich lang und besonders, als wir uns demEinlaufen näherten, mit der allerschrecklichsten Gefahr verbunden war.

Dir bestiegen das Schiff, die Anker murden gelichtet und sobefanden wir uns denn endlich aus der längst ersehnten Reise nachEuropa.

Mit dem Augenblicke des Absegelns gab eS für mich und mei-nen Sohn keine Kapstadt, keine afrikanische Küste mehr, nicke blosdarum, daß sie am folgenden Tage unfern Blicken schon entschwun-den waren, sondern weil wir uns beide wegen einer abscheulichenSeekrankheit, welche sehr lange anhicit und wobei wir fast 'Umzu-kommen fürchteten, tief ins Schiff vergrabe» mußten. Unsre Woh-nung war überaus klein, schmutzig und unbequem. Es war nureine Brigg von 200 Tonnen und 12 Mann Equipage, woruntersich zwei Schiffsjungen befanden und von denen nur der Kapicainund der Boorsmann, sein Gehülfe, für ein paar gute Seeieucegelten konnten, dann war noch der Koch, ein schwacher Greis, undv. Cafes Tages. . L>V. 11