Druckschrift 
11 (1824)
Entstehung
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Montags am 18. und Dienstags am 19. November.

Ä>ir sprachen von dem durch des Kaisers Ruf erschütterten Polenund den Königen, denen cs nach unserer Meinung bestimmt gewe-sen seyn könnte, und jeder von unS nannte einen andern. DerKaiser schwieg anfangs, sagte aber dann:Der wahre König vonPolen war Poniatowsky; er hatte alle Ansprüche und alle Fähig-keiten cS zu seyn." sind nun war er wieder still!

Zn einem andern Augenblicke lachte der Kaiser über die Wich-tigkeit, welche man darein gesetzt hat, seine Embleme und seinenNamenszug auf den von ihm errichteten Denkmälern zu vertilgen.Man konnte die Albernheit begehen, sie den Blicken des Volkeszu entziehen, aber man kann sie weder aus den Blättern der Ge-schichte noch aus der Seele der Kenner und der Kunstgenossen ver-wischen. Zch habe ganz anders gehandelt, habe alle Spuren desKönigthums, welche ich noch auffand, respectirt, habe sogar die Li-lie» oder andre Embleme, sobald es die chronologische Ordnungfodertc, wieder hergestellt."

Hierbei bemerkte jemand, daß der Prinz Lucian ganz die näm-liche Gesinnung bewiesen habe. 2m PalaiS Royal, welches er aufBefehl des Kaisers, bei seiner Ankunft im Zahre 181S bewohnte,erstaunte er, als er die schöne Treppe hinaufging, über die Mengevon Lilien, womit die Wände verziert waren, und sagte zu demkaiserlichen -Offizier, welcher den Dienst bei ihm hatte:Nichtwahr, das wird bald weggebracht? Warum Monseigneur?Nun weil es die Znsignien des Feindes sind. Dann, Monseig-neur! könnten sie ja wohl für unsre Trophäen gelten? Siehaben vollkommen recht, erwiederte er lebhaft. Das sind auchmeine Gesinnungen und meine Ansichten."

Heute habe ich wenig von dem Kaiser zu sagen, und baldwerde ich gar nichts mehr von ihm vernehmen. Zch will dieseLücke damit ausfüllen, daß ich mancherlei Gegenstände, die ich inverschiedenen Notizen, selbst auf dem Umschläge meines gewöhnli-chen Journals, hier und da ausgezeichnet finde, hier einschalte.

L. Lasiö Tageb. ii. Bd.. 1