178
hat und daß ma» mich auf den Kontinent herüber geworfen habe,ohne mir einen Grund davon anzugeben, oder mich irgend einerUebclthat beschuldigen zu können.
Ich unterrichtete ihn ferner, daß ich an den französischen Poli-zciminiftcr geschrieben hätte, um diesem die Gründe bemerklich zumachen, welche mich zu einer freiwilligen Verbannung bestimmten.Ich schilderte ihm meinen traurigen Gesundheitszustand und wiebeunruhigend auch das Befinden meines Sohnes sei, nachdem wireine Fahrt von hundert Tagen auf einem sehr kleinen Schiffe zu.rückgelegt hatten, erwähnte hiernächst, daß mir der Aufenthalt niestner Frau und aller der Mcintgen unbekannt wäre, daß ich zudemnicht wisse, wie es mit meinen häuslichen Angelegenheiten stehe,und bat ihn, aus allen diesen Gründen mir auf einige Tage denAufenthalt zu Brüssel zu gestatten, damit ick-Odem schöpfen. Nach»richten einziehen, meine Frau kommen lassen und die Hülfe derAcrztc daselbst benutzen könne. Vielleicht daß in dieser Zeit dasenglische Ministerium , dessen Härte und Ucbercilung durchaus voneinem Mißverstände herrührcn müsse, sich desönne, mir zu gestalten,meinem Verlangen gemäß, bei der Durchsicht meiner von ihm weg»genommenen Papiere in Person gegenwärtig zu scyn.
Ick bin es den Pflichten der Gerechtigkeit und des Dankesschuldig, nicht unbemerkt zu lassen, daß mein Brief an den Polizei»minister von Frankreich doch wenigstens, sobald die Gelegenheit dazusich zeigte, diejenige Wirkung halte, die man von einem Manne vongutem Ton erwarten kann. Anders verhielt cs sich bei dem Nie»dcrländischen, der mir blos durch Gendarmen antwortete. Es wur-den nach allen Seiten hin Befehle erlassen mich aufzusuchen, dennman glaubte schon meine Spur verloren zu haben. Dir Erlaubnißdes Gouverneurs zu meiner Abreise traf, wie der Beamte welchermir der Aussicht über mich beauftragt war voraussagte, sehr baldein und Ich säumte nicht, sogleich davon Gebrauch zu machen,wählte jedoch hierzu, wegen meines leidenvolleo Zustandes die be-quemste, wenn auch gemeinere und langsame Gelegenheit, auf einemKahne, was man gar nicht erwartete. Man suchte mich schonweit von Ostende, als ich mich noch beinahe an den Thoren derStadt befand. Mein Zutrauen und meine Sorglosigkeit hatte alleWelt irre gemacht. Man wußte mein Signalement noch nicht sogenau und war daher in großer Verlegenheit mich zu finden, aberich zeigte mich sogleich selbst willig und bereit, dieser Angst einEnde zu machen und mich, wie man zu sagen pflegt, dem Wolfs-rachen zu überliefern.