Druckschrift 
11 (1824)
Entstehung
Seite
177
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Mein Herr Gras! 2ck glaube wohl daran zu thun, so sagteich i» meinem Briefe an den französischen Polizeiminister, wenn ichsofort nach meiner Ankunft auf dem Kontinente Ew. Excellenz vonmeinen Verhältnissen näher unterrichte und ich hoffe, Dieselbenwerden meine Bewezungögründe hierzu billigen.

Seit einem Jahre denn so lange ist es nun schon her,daß ich plötzlich von Longwood fortgcrissen worden bin irre ichals ein Gefangner von einem Gestade zum andern. Bei meinemEinlaufen in die Themse wurde mir angcdeutec, daß ich augenblick-lich nach dem Kontinente abreiscn müsse, cs ward mir jedoch nurdie Wahl zwischen Calais und Ostende gelassen.

Zartgefühl und Vorsicht befahlen mir, Ostende den Vorzugzu geben. Vor allen andern Staaten war eigentlich Frankreich der-jenige, wo cS am natürlichsten schien, über mein Wiedererscheinenzu wachen. Ich wollte Ihrem Departement, Herr Graf! dieseMühe und mir selbst die Unannehmlichkeiten ersparen, die hierausfür mich entstehen konnten. Diese doppelte Betrachtung nun hat. mich zu dem schreckliche» Entschlüsse bewogen, mich selbst freiwilligzu verbannen. Noch ein anderer Bcwegungsgrund hat mich hierbei! geleitet, nämlich die Leichtigkeit, womit ich, wie ich wenigstens hoffe,

^ (weit entfernt von aller Politik und nur noch den Anregungen mei-

nes persönlichen liebevollen Gefühl, auf ganz legalem, nach den eng-lischen Reglements völlig zulässigem Wege und selbst unter Couvercder englischen Minister) dem unschuldigen Märtyrer in Longwoodeinige tröstende Erleichterungen von hieraus zukommen lassen kann.Die Erfüllung dieser frommen und heilige» Pflicht würde mir inFrankreich vielleicht falsch auögelegt worden seyn und gerechten^ Widerspruch erfahren haben.

!Ick glaube, Herr Graf, daß diese natürliche und freimüthigeAuseinandersetzung den ungünstigen Begriff vernichten wird, denIhnen die Umstände von mir gegeben haben könnten. Ich ver-! folge diese nämliche Absicht, wenn ich mir die Freiheit nehme, einen! offnen Brief an meine Frau hier bcizuschließpn und es dabei wage,Ihre Güre für dieselbe i» Anspruch zu nehmen, um, insoweit sol§i ches von Ihrem Ministcrio abhängt, derselben zu der Theilnahme

I an meinem freiwilligen Exil behülfiich zu seyn. Genehmigen Sie re."

! An den Polizeiminister der Niederlande schrieb ich, dass man

! gtwöhnlich der Aufsicht zu entgehen suche, ich aber im Gcgenthcll

I ihn um die seinige bitte. Ick wiederholte, waö man in dem vor-! stehenden Briefe über meine Behandlung aus der Themse gelesen