ihrer unablässigen Verfolgung ihre häßlichen Häupter über unscrSchiffchen cmporhoben und sich darüber hinneigten, um gleichsamdie Beute näher zu betrachten, die ihnen Immer wieder entging,wobei sie jedoch bald hier bald da ein Stück Holz von dem Öder«theile dcS Fahrzeuges mit fort nahmen. In diesem Zustande warallerdings die Gefahr sehr groß. Man sprach wenig, blickte sichnur schweigend an und ließ so die Zeit hingegen. So viel ist ge>wiß, daß es bei einer einzigen falschen Bewegung des Steuerru-ders, bei der kleinsten Unaufmerksamkeit, der geringsten Vcrnachläs»sigung, für immer um uns geschehen seyn mußte. Hatte unS eineder furchtbaren Wellen von hinten her erreicht, so waren wir unterihrer Last versunken und das war es, was wir ganz besonders zufürchten hatten. Mehr als einmal waren wir schon nahe daran,zu Grunde zu gehen. Die Wellen schlugen mit größter Gewaltund mit einem schallenden Getöse, das dem Kanonendonner glich,auf uns los. Mit Grausen sahen wir, wie die Macht derselbenimmer mehr und mehr zunahm und ein großer Thcil der Nachtwurde dazu verwendet, uns gegen sie zu verschanzen und Dcrthei«digungsmiicel gegen dieselben anzubringen.
Mein Sohn, der sich weder niederlegen noch schlafen konnte, -
stieg oft hinauf, um zu sehen wie es gehe und kam alsdann zumir zurück, da Ich immerwährend in meiner Hängematte liegenblieb. Indem wir nun nickt wußten was wir lhun sollten, um indieser langen, gräßlichen Nacht uns ein wenig zu zerstreuen und womöglich zu täuscken, versuchte ich, meinem Sehne einen Äugenblickund zwar einige Worte über ältere Geschichte zu diktiren. Aber '
ans einmal drang eine Welle durch eine der einzelnen Vertiefungen
ein und überschwemmte meine Hängematte samt dem Papiere mei« -
nes Sohnes. Wir glaubten, daß unsre letzte Stunde gekommenwäre; mein Sohn erfaßte meine Hand und sagte fast scherzend: '
Wenigstens sinke» wir in guter Gesellschaft; wir gehen mit unfernGriechen und Römern hinab. Ich muß eS im Vorbeigehen deiner«kcn, daß ich wirklich bei dieser doch gewiß furckrbarcn Lage, !
mit dem Benehmen meines Sohnes sehr zufrieden seyn konnte. !
Er betrachtete alles was geschah mit Ruhe, verfolgte cs mit Diß«begierde und sprach davon mit der größten Unbefangenheit. Mansieht daraus, wie viel nur einige Monare mehr oder weniger bciunsrer Maschine auömachcn, wie viel überhaupt die Kraft unsrerMuskeln über unsre Empfindungen vermag! Mein Sohn sagte mirin der Lage, worinncn wir unö letzt befanden, mit dem kaltenBlute, wovon er mir eben einen Beweis gegeben harre, daß er aus !