147
Die Neugierde hatte übrigens auch ihren Thcil an der Sache.Kein Fremder kam in die Kolonie, der nicht eben so wie die zahl«reichen aus Indien hier einlreffenden Reisenden, Ncwlands besuchthätte. 2ch war ein Strahl aus Longwood, man wollte den sehen,der bei Napoleon gewesen war, so sehr beschäftigte er alle Ecmü-thcr, so allgemein beliebte man von ihm zu sprechen.
Ich fand hierbei Gelegenheit, auf eine Menge von Fragen zuantworten, die man über seine Persönlichkeit an mich rhac, und eSmachte mir dann Vergnügen, immer recht ausführlich zu scyn.Welche Menge von Vorurtheilen vernichtete ich nur auf diese Weise!Wie erstaunte man oft über das waS ich sagte! Niemand würdecS jetzt noch glauben wollen, welche schrecklichen Lügen und Dumm»hcitcn bei dem Mangel alles Verkehrs zwischen den beiden Völkern,in einer so langen Reihe von Jahren und bei diesem Grade gegen-seitiger Erbitterung, über den Kaiser verbreitet worden waren. Kannman sich wohl vorstellen, daß ein Militair von höher», Range undvon vielem Verstände sogar, mich bat, ihm doch unter uns ganzoffen zu sagen, ob Napoleon wirklich einige Worte zu schreibenverstände. Er glaubte nämlich, daß er Soldat, aber außerdemdurchaus gar nichts weiter sei; vielleicht zweifelte er selbst, ob derKaiser lesen könne. Ich lachte ihm ins Gesicht und fragte, ob erdenn nie etwas von seinen militairischcn Proklamac'oncn gehört undgesehen hätte? Ei wohl, antwortete er, aber er habe gedacht, daßer seine Leute habe, die ihm diese Sachen machten. Wie sehr ver-wunderte er sich jedoch und wie beschämt schwieg er still, als ichihm erzählte, daß er schon in dem Alccr von 27 Jahren Mitglieddes Instituts von Frankreich war, einer Gesellschaft, die wohl ohneZweifel die erste und gelehrteste ihrer Art in der ganzen Welt ist.
Sobald ich nur in Ncwlands eingerichtet war, lies ich es einemeiner ersten Sorgen seyn, mancherlei Dinge nach Longwood zuschicken, von denen ich wußte, daß sie dort fehlen. Ich kannteaus der Erfahrung die Dual der dortigen Entbehrung von Gegen-ständen, welche man doch gebraucht, besonders solcher, die eine langeGewohnheit einem norhwendig und angenehm gemacht haben. Ichwußte wohl, daß man sich daselbst über das alles wegsetze, aber ichmeinte demungeachtct, daß es mit diesem Herzen voll Erinnerungenmeine Pflicht sei, jenem Mangel abzuhelfen. Ich lieS mithin Er-kundigung einziehen, ob man etwas Vorzügliches von Constantia-wein, Bordeauxwein, Kaffee, Liqucur, Del, Kölnischem Wasser re.haben könne. Es müsse jedoch alles das von ganz besonderer Güteseyn, außerdem möchte ich es lieber gar nicht haben. Das Kap