Besuche; viele Personen beeilten sich unS zu sehen. Der GeneralHall, dem in Abwesenheit des Gouverneurs das Commando über,tragen war, kam mit seiner Gemahlin, einer Frau von dem feinstenangenehmsten Tone, die dabei sehr hübsch war und sehr guc französischsprach. Ihr Gemahl war eilf Jahre lang in Frankreich gefangengewesen und sie demselben, des strengen Verbots ungeachtet wcl«ches damals zwischen England und Frankreich bestand, dahin gefolgt.Sie hatte sich, wenn ich mich recht erinnere, nicht gefürchtet, ineinem bloßen Fischerboote über den Kanal zu gehen. Beide warenmit mehrern meiner Freunde in Paris genau bekannt. Der Gene»ral Hall, ein Mann von strenger -Offenheit und großer Rechtlich,keit, sagte mir, es würde ihn glücklich machen, wenn er, jede Mei-nungsverschiedenheit gänzlich vergessend, mir die gute Behandlungvergelten könnte, die ihm so großmüchiger Weise in Frankreich wie-derfahren sei und er hielt redlich Wort.
Auch der Oberste Ware, dessen Schwägerin an ein Mitglieddes jetzigen Ministeriums verbcirathet ist, besuchte mich. Da ernur eine Viertelstunde von Newlands wohnt, so bot er mir guteNachbarschaft an und er hat auch wirklich nie aufgehört, uns un-fern Aufenthalt durch einen höchst freundlichen und sehr fleißiglnUmgang möglichst angenehm zu machen. Jedermann, selbst eine injeder Rücksicht höchst ausgezeichnete Frau, die sich zufällig in derKolonie befand, hatte christliches Mitleid mit einem armen Gefan-genen. Sie kam, so wenig ich auch auf dies Glück hoffen konnte,doch zu mehrerenmalen und die anziehendste Unterhaltung, ihr Be-nehmen voll Grazie, ihre unwiderstehliche Bescheidenheit erhöhte»den Werch des mir hierdurch bewiesenen Wohlwollens. Ich sahIn ihr eine ächt europäische, auf den öden Boden des Kaps ver-pflanzte Blume.
Eine Menge von Personen In öffentlichen Diensten, von jederWaffe und von jedem Range beeilten sich außerdem noch, uns inunsrer Einsamkeit zu besuchen, unsre Leiden mit wahrhaft rühren-der Freundschaft und' Tyeilnahme nach allen Kräften zu lindern.ES hätte ihnen damals dieser Beweis ihres Wohlwollens, wäre cSzur Kenntniß ihrer Minister gelangt, vielleicht Unannehmlichkeiten,wohl gar Absetzung zuziehen können, und selbst jetzt noch verschweigeich lieber ihre Namen, so viel es mich auch kostet; allein sie mö-gen cs doch wissen, daß keine ihrer Handlungen, daß keines ihrerWorte in meinem Herzen verloren gegangen sei. Ich bin dazugeboren, dankbar zu seyn.