Druckschrift 
11 (1824)
Entstehung
Seite
145
Einzelbild herunterladen
 

145

die uns überall verfolgt und welche wir, wo wir sie nur fanden,mit dem heiligen Elfer vernichteten, womit die Missionarien die fal«scheu Götter zerstörten. 2m aufglühendcn Dichterftucr schrieb meinSohn sofort, als ersten poetischen Versuch, unter die entstellendeZeichnung der Miß Somerset folgende Worte:

2n Deiner Hand muß alles sich verschönenlind Helden bilden ziemet wohl den Frauen —

Doch dieses Bild! — darf ich den Augen trauen!

Wie? wolltest Du den Kricgsgolt selbst verhöhnen? —

2ch legte dann eine kleine Medaille mit einem treuen Eben»bilde Napoleons dazu. Wir verschlossen hierauf alles wieder rechtsorgfältig, fröhlich über unsre kleine Schelmerei und frcuten unsnun im Voraus über das Erstaunen der Miß Somerset, wenn sieeinst, ohne darüber zu zürnen, die Censur lesen würde, die wir un-ter ihre Zeichnung gebracht Hanen.

Der Gouverneur hatte seine Aufmerksamkeit so weit getrieben,daß auf seinen Befehl ein Mann, unter dem Titel eines Haushof-meisters aus der Stadt gekommen war, welcher sich meine Befehlean jedem Tage in Betreff des Essens, und Trinkens, wie er sagte,erbitten sollte und dabei hinzusetzte, daß ich nicht sparen möchte.Allein ich hatte nun schon spartanische Sitten angenommen. Ichbar ihn daher, seine Fürsorge auf das bloße Bedürfnis zu beschrän»ken und änderte, was ihn selbst betraf, seine Bestimmung dahin ab,daß ich ihn zu meinem Vorleser bestellte, wozu er denn auch ganzaußerordentlich gut zu gebrauchen war. Uebrigens fand ich in ihmsonderbarer Weise, den Neffen des einzigen Mannes, den ich aufSankt Helena kennen gelernt hacke, deS braven Amphttrion, unsersmir so lieb gewordenen ehemaligen Wirrhes von Briars.

AlS ich den Adjutanten wieder sah, der unS sehr regelmäßigbesuchte, weil er, nach seiner Versicherung, ausdrücklichen Befehlhatte, darüber zu wachen, daß eS uns an nichts fehlen möchte, batich ihn, unser» Dank und unsre Erkenntlichkeit dem Lord CharlesSomerset für alle das gnädige Wohlwollen auszudrücken, womit erunS selbst unsre Gefangenschaft zu verbergen suche. Denn eineGefangenschaft, so bat ich ihn hinzuzusetzen, bleibe es immer, weilunsere Thränen bei der Entfernung von Sankt Helena und vonEuropa, selbst gegen Unfern Willen, flössen.

Das Verlassen unsers Gefängnisses und das Beziehen von New-lands bewirkte eine wahre Revolution für unS. Wir erhielten nunL.EaseS Taget,. n.Bd. 10