Druckschrift 
11 (1824)
Entstehung
Seite
141
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Ich könnte dieS alles wohl stillschweigend ertragen und spreche mit-hin von diesen Dingen nur in Beziehung aus lene verbindlicheStelle Ihres Brieses. Hicrnächst ist bet uns kein Feuer zuhaben und wenn wir also, wegen der Gesundheit meines Sohnes,oder sonst zu irgend einen, augenblicklichen Bedürfnisse, ein wenigheißes Wasser brauchen,- so müssen wir entweder darauf verzichten,oder zu der Barmherzigkeit der Nachbarn unsre Zuflucht nehmen.Vergebens hac der Doktor für meinen Sohn Bäder verordnet, siesind nicht zu erlangen. Habe ich irgend einen Einfall, mir dasoder jenes selbst zu verschaffen, so mache man mir den Einwurf,daß Ew. Exccllenz befohlen haben, uns mit allem zu versorgen;ich schweige dann sogleich aus Zartgefühl, unterdrücke meinen Wunschund er bleibt mithin unbefriedigt.

„Von einer Menge andrer Dinge will ich gar nicht sprechen; siesind zu sehr unter Ew. Excellen; und meiner eignen Würde. Kommtdie peinliche Eßzcit heran, so nehmen zwei Dffiziere, voll Aufmerk-samkeit, Höflichkeit und Rücksicht, wie ich gern gestehen will, denVorsitz bei der Tafel. Aber selbst ihre Sorgfalt, sonderbar genugund doch vollkommen wahr, erhöhet meine -Üual; denn ich bin da-durch genöchigc, immerwahrend darauf zu denken, wie ich gehörigantworten will, indessen es mir ungleich natürlicher und wünschcns-wcrthcr wäre, könnte ich meine Gedanken bis weit von dem LrcehinauSschweifcn lassen, wo ich mich befinde. Hiernächst sind auchunsre Gewohnheiten und Sitten so ganz verschieden. Ich mußjetzt mehrere Stunden bei Tische sitzen bleiben, wo ich sonst keinehalbe Stunde zu verweilen pflegte. Und muß nicht jeder Gegen-stand dieser fremdartigen Unterhaltung mir jetzt unangenehm scyn?Es kann Ew. Exccllenz Scharssichc nicht entgehen, daß diese Lagewirklich eine Pein für mich ist; so wie ohne allen Zweifel meineTraurigkeit diesen Tischgefährcen unangenehm scyn wird, eben sokönnte mir ihre Lustigkeit zur Last werden. Gänzliche Einsamkeitist mir jetzt daö liebste, nur sie kann mir gefallen; ich habe eS da-her nicht länger aushalten können und esse in meinem Bette.

„Wozu ist es übrigens nöthig, baß mir ein -Offizier zugegebenwird? Ich wage dies Ew. Excellen; zu fragen, muß jedoch zu-gleich wiederholen, daß ich diejenigen, welche Dieselben mir zugc-thcilt haben, nickt genug rühmen kann. Soll er mich bewachen?Dazu scheint die Schildwacht vor meiner -Thüre hinreichend. Sollcs eine Aufmerksamkeit und das Mittel scyn, meine ecwanigen Be-dürfnisse zu erfahren? Ich habe deren keine. Soll er über dieBesuche, welche ich erhalten möchte, Aufsicht führen? Ich darf janiemand bei mir aufnehmen, als wen man zu mir lassen will. Soll! er mich aus meinen Spaziergängen begleiten? Ich will ja gern kei-