Druckschrift 
11 (1824)
Entstehung
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„Mylord! 3ck vernehme, däß Ew. Excellcnz auf lange Zeitverreisen wollen. Es bestimme mich dies, so sehr eö auch cigent-lich gegen meine Gefühle streitet, mich über einen verdrießlichen Gc>genstand, nämlich über einige häusliche Angclegcnbcicen zu äußern.3ch glaube, daß ich dazu verbunden bin, damit, wenn mir jemalsöffentlich einige unzufriedene Worte entfallen sollten, Ew. Excellcnzmir nicht den gerechten Vorwurf machen können, daß ich unterlas-sen hätte, sie von der Sache gehörig in Kennrniß zu setzen.

„Ehe ich aber zu dem Wesentlichsten komme, Mylord! muß Ich,damit Sie, waS ich weiter unter sagen werde, nickt etwa läehcruchfinden möchten und um Ihnen zugleich einen richtigen Begriff vonmeinen Verhältnissen zu geben, welche Sic, waS ich sehr natürlichfinde, vielleicht nicht kennen, Ew. Excellcnz bitten, mir zu erlauben,daß ich mit aller der Verlegenheit eines Mannes, der in den un-angenehmen Fall kommt, von sich selbst zu sprechen, Ihnen bemerk-lich mache, wie sich hier niemand befinde, mit dem ich mich nicht,in aller und jeder Beziehung, ganz vollkommen auf eineund dieselbe Linie stellen könnte und stellen müßte. Ferner, daß ichkeine Schonung oder Begünstigung in Hinsicht auf meine persön-lichen Bedürfnisse erbitte, vielmehr sehr wünsche, hierbei das Nö-thige aus eignen Mitteln bestreiken zu können.

„Nachdem nun diese beiden Punkte ins Reine gebracht sind, geheich auf einige Worte Ihres Briefes über, worinnen Sie mir gütigstIhr Verlangen ausdrücken, mir meinen hiesigen Aufenthalt so we-nig als möglich kummervoll werden zu lassen. Ich muß aber dieEhre haben, Ew. Excellcnz zu bemerken, daß ich mich in einemwahren Kerker befinde, wo ich wohl schwerlich noch lange würdeleben können.

„Man hat mich mit meinem Sohne in ein ganz kleines Stüb-chen eingcsperrt, wo wir bei der heißen Jahreszeit beide krank über-einander liegen; wir können uns darinnen nicht rühren, denn es istdurch unsre Betten vollkommen auSgefüllt und das Anprallen derbrennenden Sonne durch ein Fenster ohne Vorhänge zwingt mich,den ganzen Tag im Bette zu bleiben. Allerdings ist noch einzweites Behältniß gleicher Art zur Seite, aber das ist bas Speise-zimmer, wo zwei von Ihren -Offizieren mich zu bewirthen pflegen.Wenn ick bisweilen hineingehe, so berechne ich auch schon die Mi-nuten. Dann kommt ein drittes Behältniß, welches der Offizierbewohnt, den Sie die Bewachung meiner Person anvertraut habenund ich muß, so viel es mich auch kostet, dock stets hindurchgchen,wenn unvermeidliche Bedürfnisse mich dazu nöthigcn.

„So hart, so schrecklich auch diese Lage für mich ist, immerhin!ich war Matrose, war Soldat und mehr noch, ich bin ein Mann.