Druckschrift 
11 (1824)
Entstehung
Seite
130
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war, so brachte er einen Arzt mit, was allerdings eine große Auf.nicrksamkeit von ihm bewies. Es gab die Vorstellung des Letztemeinige Minuten lang zu einem spaßhaften Mißverstände Anlaß. Ichhielt nämlich diesen Arzt für des Kapitairs Sohn oder Neffen. Mandenke sich ein Kind von achtzehn Jahren mit allen Formen, allenManieren und mit der Stimme eines Frauenzimmers. DieS solltenun ein großer, gelehrter Arzt seyn; «her dieses Kind war einPhänomen, wie ich nun erfuhr. Herr Barry, so hies derselbe,hatte schon in dem Alter von dreizehn Jahren, seinen allen Epa«minatoren zum Trotz, das Diplom als Doktor erhallen und bereitshier an -i)rc und Stelle Wundcrkuren verrichtet; er hatte eine derTächrer des Gouverneurs bei einer Krankheit, wo man schon alleHoffnung aufgegcben hatte, gerettet und war dadurch ein LieblingdeS ganzen Hauses geworden. Ich benutzte den letztem Umstand,um einige Aufklärung über Gegenstände zu erhalten, die mein Be>tragen gegen diesen neuen Gouverneur leiten sollten, und noch amnämlichen Tage schrieb ich demselben folgenden Brief, um ihn übetmeine Verhältnisse näher zu unterrichten und förmlich darauf anzu«tragen, daß mau mich nach England schicken und völlig auf freienFuß setzen möchte.

Mylord! Da ich mich nun schon seit mehrern Tagen unterIhrer Botmäßigkeit befinde und mein ferneres Schicksal von Ihnenabhängt, so gebe ick mir die Ehre, mich an Ew. Epccllenz zu wen»den, um zu erfahren, waS Sie mit mir zu thun beabsichtigen. InFolge eines Vorfalls, der mich nur ganz persönlich angeht, bin ichdurch Sir Hudson Lowe, den Gouverneur von St. Helena, vonLongwood am 25. November getrennt worden.

Wenige Tage nachher habe ich, in Folge mehrerer Unterhal«tungen mit dem Gouverneur, wobei es zu keinem Beschlüsse übermich gekommen war, die Ehre gehabt ihm zu schreiben, daß ichvon diesem Augenblicke an meine freiwillige Unterwerfung als zu«rückgenommen betrachtete, nach den Gesetzen behandelt seyn wolle,und ihn bäte, nach selbigen mit mir zu verfahren daß ich also,wenn ich schuldig wäre, gerichtet und wenn ich es nicht sei, inFreiheit gesetzt werden müßte. Ich fügte hinzu, daß der schreck«liehe Gesundheitszustand. worinnen sich mein Sohn befinde undselbst auch der meinige schlechterdings verlange, daß wir uns an derDuelle ärztlicher Hülssmirccl befänden und ich ihn daher dringendbitten müsse, uns nach England zu schicken. Der Gouverneur schiensehr ungewiß zu scy», was er thun solle. Ich habe alle Ursachezu glauben, daß er einen Augenblick lang nicht abgeneigt war, mich nachEuropa cinzuschiffcn, dann wollte er mich wieder auf Sankt Helena,von Longwood getrennt, bis zu der Ankunft einer Antwort aus