hätten, diese Dinge dahin zu schicken, ohne erst 3hre Crlaubnißdazu nachzusnchcn.
Um diese Zeit war viele Rede von an unS gekommenen Brie-fen, die Sic, ohne «ns etwas zu sagen, nach Europa zunick geschickthätten, weil selbige nickt durch den Kanal der Minister an Sie ge-langt waren. Dieser Vorwurf war Ihnen sehr empfindlich. Siehaben mir gesagt, daß er ungcgründet war, daß Sic nie Briesezuruck gesendet haben. Ich glaube Ihnen,, denn Sie gaben mir !Ihr Ehrenwort darauf. Aber in Longwood mußten wir allerdingsüber die Wendung lachen, daß Sie von uns verlangten, wir sollten !sagen, wenn Sie Briefe zurückgcschickc hätten und von wem sie ge- !wesen waren; daS konnten wohl Sie nur wissen. ^
Gewiß ist cs aber, daß Sie einen Brief an mich 35 Tage zu» '
rückhicltcn. Er fand sich eines Morgens unter andern eingcschobcn,die neu angekommen waren. Sie haben mir gesagt, daß er ausVersehen in Plantacionhousc liegen geblieben wäre. Sie jedoch dieseEntschuldigung nickt hätten machen wollen, auS Besorgnis', daßman sic nicht glauben möchte. Sie haben vollkommen reckt, ich
hätte eben so gehandelt. Aber ich, der das nicht wußte, was mußte ^
Ich denken? WaS würden Sie wohl selbst gedacht haben? — i
Um eben diese Zeit ereignete sich etwas, das in mehrerer Rück«sicht bcmcrkenswcrth ist, um unsre Lage zu schildern. Nach der !Niederkunft der Frau Gräfin von Moncholon eilce ein junger sehr !eifriger englischer Geistlicher herbei, ihr Kind zu taufen. Wir behielten 'ihn an der Dienstcafel zum Frühstücke. Das Gespräch kam aus dieReligion und wir bemerkten in seinem Gesichte den Ausdruck dergrößten Verwunderung, als er unser Bedauern vernahm, daß wirkeinen Priester bei unS hätten. Er theilte wahrscheinlich die Mei-nung gemeiner Seelen von unS und hatte, bei dem Unsinne, den jman unaufhörlich über unS verbreitere, in dem Wahne gestanden,sich unter lauter Renegaten zu befinden. Am Ende vergaß er sich ^so sehr, uns zu gestehen, daß man ihm gesagt und daß er auchwirklich geglaubt habe, es hätte ein Priester aus Madera sich erbo-ten, zu uns zu kommen; wir hätten ihn aber mit einigen niedrigenSoldatengrobhcitcn zurück gewiesen. Wie groß war nicht seineVerwunderung, alS er Hörle, daß, wenn ein solches Anerbieten stattgefunden hätte, es'uns doch nicht bekannt worden sei. Ich benutztehieraus diese Gelegenheit und bat, nach dem Frühstücke, den Geist-lichen, mit mir zu kommen. Hier ergriff ich die sich so natürlichdarbietende Gelegenheit, ihm unsre moraliscke Situation zu schil-dern. Wir hatten, ohne noch von uns selbst zu sprechen, Frauen,wir hatten Kinder, für welche der Mangel an Religionsübung eine ,wahrhafte Entbehrung war, und wünschten so lebhaft ohne alle» ^