Druckschrift 
11 (1824)
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Montags am 30 . Dezember.

Früh bei guter Zeit schon besuchte mich der Admiral Malcolm.Er kam, wie er sagte, um mir den Lieutenant Wright vorzustellen,der beauftragt war, mich auf der Brigg, der Greif genannt, nachdem Kap zu bringen, indem er mich ihm als seinen Freund ausdie gefälligste Weise empfahl und mir die Versickerung gab, daß ichgewiß mit seinem Bestreben, sich mir angenehm zu machen, zufrie-den scyn würde. 2ch nahm dieses Zeichen der zartesten Thcilnah«me, welche mir der Admiral hierdurch bewies, so wie er cs ver-diente auf und empfand den wahrhaften und innigsten Dank dafür,mehr noch als ich ihm denselben ausdrücken konnte. Sein Wohl-wollen mußte mir um so schätzbarer seyn, als seine Verhältnisse zudem Gouverneur ihm Rücksichten auflegten, auch war er deshalbvorsichtig genug gewesen, sich von dem Offiziere begleiten zu lassen,der das besondere Vertrauen von Sir Hudson Lowe besitzt.

2ch erwartete nun mit der mir eignen Aengstlichkeit den ent-scheidenden Augenblick, und fürchtete dabei immer fort, daß derGouverneur am Ende doch noch unvorhergesehene Hindernisse vor-sckützen werde. Sein Wunsch, daß ich zurückbleiben möchte, lagallzuklar vor Augen.

Gegen 11 Uhr kam der Großmarschall in Begleitung des Gou-verneurs und mehrerer Offiziere. Er erneuerte sein Bemühen vongestern, mich zur Rückkehr nach Longwood zu bewegen, ohne jedochdabei sich auf ein positives Verlangen des Kaisers zu bezie-hen. Er kannte mich zu gut, um nicht zu wissen, daß ein Worthinreichend gewesen seyn würde, mich zu bestimmen, aber er sagtedieses Wort nicht und wenn ich deshalb in ihn drang, dann trater zurück und beschränkte sich aus die bestimmte Aeußerung desKaisers, die er mir gestern kund gethan hatte. Und so mußte ichmich also gegen den noch zur Wehre stellen, von welchem ich Vei-lland erwartete. Seine Liebe wurde mir zur Pein; ohne Rettungschwebte ich mit zerrißnem Herzen zwischen dem Verlangen zu blei-ben und dem Willen abzureistn. Wenn mein Her; das eine for-derte, so gebot mein Much daö andere und ich blieb unerschüt-terlich.

2ch kann nicht unerwähnt lassen, daß der Großmarschall imLause des Gesprächs mir erzählte, daß der Kaiser mich vor meinerAbreise noch einmal zu sehen gewünscht hätte; da aber der Gou-verneur verlangt habe, daß ein englischer Offizier dabei zugegenseyn müsse, so sei er dadurch gcnöchige gewesen, hierauf zu verzich-ten und er lasse mir nur sagen, ich wisse wohl, daß er um diesen