seyn müßten und fand mich nicht blos hierbei/ sondern auch beivielen andern Gelegenheiten willfährig. Meine gewöhnliche Antworti war, daß er doch nur die Feder nehmen und die Worte, die ihmmißfielen, ausstrcichen oder abändern möchte.
2ch verschone die Leser mit einer ziemlich voluminösen Corre-spandenz, die sich stets um einen und denselben Gegenstand drehte.Ich brauche darüber nur so viel zu sagen, daß Sir Hudson Lowe' im Allgemeinen anfangs nicht antwortete, sondern selbst kam, um,
! wie man eben gesehen hat, mit mir mündlich über die eben erhal-tenen Briefe sich zu besprechen und dabei einige Rasuren zu erlan-gen, worauf er denn beim Fortgehen weitläustige Antworten ver-sprach, die er aber weder damals noch späterhin ertheilt hat, nurl Lies hat man mir von England aus geschrieben, daß er jetzt perio-dische Schriften oder Libellisten bezahle, um das Tagebuch von St.
^ Helena zu zerfleischen und dessen Verfasser zu beleidigen.
Da er bei jenen zahlreichen mündlichen Gesprächen über meineBriese, außer einigen Rasuren in Beziehung auf gewisse Ausdrücke,nichts von Bedeutung von mir erlangen konnte und durchaus nichtseinen eigentlichen Zweck erreichte, so ging er davon ab, bezeichnctei mich aber jedermann als einen äußerst feinen, sehr gefährlichen Men-j schen, denn für ihn war man freilich schon sehr fein, sehr ver-schmitzt und sehr zu fürchten, wenn man nicht dumm genug war,j gerade das zu lhun, was er gern haben wollte, oder sonst rechttölpisch in seine Fallen zu gehen. Bei alle dem habe ich ihm,
^ wenn schon das Gefangenseyn, der Mangel an Beschäftigung undstrenge Behandlung den Scharfsinn bisweilen weckt, nur einen ein-zigen Streich gespielt, den ich eben erzählen will. Wir waren ja!m Kriege mit cinanber und das Recht des Gefangenen, seinenKerkermeister zu betrügen, ist anerkannt.
Ich habe schon zu Anfänge gesagt, daß mir der Kaiser bei derAbfahrt nach Sanct Helena ein sehr kostbares Diamantcnhalsbandheimlich anvenraute. Gewohnt, cs immer zu tragen, dachte ich sowenig mehr an dieses Kleinod, daß cs mir erst mehrere Tage nachmeiner Verhaftung und auch da bios in Folge eines Zufalls wiedereinfiel. Welch ein Schrecken für mich! Bei der Art wie ich be-wacht wurde, sah ich keine Möglichkeit, es dem Kaiser, der gewißi eben so wenig als ich daran gedacht hatte, wieder zuzustcllen. End-lich entschloß ich mich, Sir Hudson Lowe selbst dabei zur Mittels-person zu machen. Ich bac um die Erlaub,nß, von meine» Ge-fährten Abschied zu nehmen und schrieb dann folgenden Brief,„Mein Herr Großmarschall! — Da man mich aus Ihrer^ Mitte gerissen und mich mir selbst überlassen hat, so bin ich, beidem Entbehren aller Gemeinschaft mit Ihnen, in Fassung irgend
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