ner eignen Gesundheit; bei diesem unruhigen und qualvollen Lebenlege ich keinen Werth darauf. Gleichwohl befinde ich mich in ei»nem Zustande ganz offenbarer, Mitleid erregender Schwäche, seitdemIch die Triebfeder nicht mehr vor Augen habe, welche alle Kräftemeiner Seele in Spannung erhielt. Mein Körper erliegt nun den ^schrecklichen Zerstörungen, welche ein anderthalbjähriger Kampf beiso unaufhörlichen Prüfungen und unglücklichen Ereignissen, die alles !Ersinnliche übersteigen, wohl hervorbringcn mußte. Ich bin nichtmehr an der Seite des erhabenen Gegenstandes, dem ich mir Freu. !den jedes Opfer brachte, und dennoch wie zuvor entfernt von denMeinigen, die ich nur mir zerrißnem Herzen verlassen konnte. Die-ses unter beide gecheilte Herz entbehrt nun den einen wie die an-dcrn, verliert sich in einen Abgrund und wird diese Pein nicht lange ,ertragen können. Ich überlasse es Ihnen, Herr Gouverneur, dasGewicht dieser Betrachtungen zu prüfen. Bringen Sie nicht zwei !
Menschen auf einmal ums Leben. Ich bitte Sie, uns nach Eng« j
land zu schicken, wo wir den Beistand der Kunst in jeder Art fin-den werden. Es ist dies die erste und soll zugleich die letzte Bitteseyn, die ich an Sie oder Ihren Vorgänger gcchan habe. Derunglückliche Zustand meines Sohnes besiegt meinen Stoizismus.Wird er auch Sie zur Menschlichkeit bewegen? — Es giebt au-ßerdem noch eine Menge von Gründen, die Sie zu diesem Ent-schlüsse führen könnten; mein Brief vom ZO. November enthält sieinsgcsammt. Ich will Ihnen nur noch den einzigen hinzufügen,daß Sie dadurch eine schätzbare Gelegenheit erhalten, aller Welt dievollkommenste und seltenste Unpariheilichkeit zu beweisen, indem Sie ,
selbst Ihren Ministern einen Ihrer entschiedensten Gegner zusenden." j
Nach Empfang dieser Briefe kam Sir Hudson Lowe zu mir '
und läugnekc, was den ersten betrifft, sogleich, daß er mir durch l
nieinen Bedienten eine Schlinge gelegt habe. Er gab jedoch zu,daß ich die Sacke leicht so habe ansehen können. Wie konnte eswohl anders seyn, sagte ich zu ihm; dieser Bediente war, che manwir ihn nahm, mehrmals von der Behörde mir abverlangt worden, !
und nun kan, er srcundlick, um mir seine Dienste bei seinem Ab- !
gange nach Europa anzubicten. Er versickerte, daß es ihm nickt ^
schwer fallen würde, ins Geheim bis zu mir zu gelangen und meine ,
Aufträge abznbolen; auch kam er wirklich zu mehrerenmalen, derstrengen Bewachung ungeachret, die um uns her statt fand. Wie !dem auch scnn mag, Sir Hudson Lowe gab mir sein Ehrenwortüber diesen Punkt, und so mußte ich ihm sreilich glauben. !
Er bestritt sodann einige Stellen meiner Briefe, verweilte ins- jbesondere bei verschiedenen Ausdrücke», bei denen er mir auf einefreundschaftliche Weise auseinander setzte, daß sic ihm unangenehm