buch wurde nicht weiter angerührt. Zch Hütte diese Protestatio»auch auf meine übrigen Papiere ausdehnen können, aber auf diesenahm ich keine besondere Rücksicht und so verursachten sie währendmehrerer Tage die allergenaueste Durchsuchung.
Mein letzter Wille befand sich versiegelt darunter. Zch mußtedas Couvert öffnen und eben so ging es mit andern Schriften die-ser Art. Man kam auf den Boden eines Portefeuille, wo mehrereSachen lagen, die ich seit meiner Entfernung aus Europa nie an»zurühren gewagt hatte. Alles mußte aufgemacht werden. Es solltedies nun einmal ein Tag seyn, an dem viele Gemüthsbewcgungenzusammen kamen. Mein Herz brach bei dem Anblicke so theurerErinnerungen, die ich seit dem Augenblicke der schmerzlichsten Treu»nung verborgen hielt und ich mußte schnell das Zimmer verlassen.Mein Sohn, der zurück blieb, sagte mir nachher, daß der Gonvcr»neur selbst bei dieser Scene nicht unempfindlich geblieben wäre.
i Donnerstags am 28. bis Sonnabend am 30. November.
; Heute den 28. wurden wir auS unsrer elenden Hütte erlöst und! nach der eine Stunde davon entfernten, Herrn Balcombe unserm
s Wirth von Briars gehörigen Chaumicre (siehe die Charte) gebracht.
Die Wohnung war zwar klein, aber doch recht erträglich und demnahen Longwood geradeüber gelegen, das aber durch mehrere Ab-i gründe und steile Höhen davon getrennt ist. Wir wurden von ei-nem Detachement des 66sten Regiments bewacht und waren voneiner Menge von Posten umgeben, die niemand zu uns ließen.Ein Offizier war dort, wie sich Sir Hudson Lowe sehr höflich aus-1 drückte, zu unserm Befehle und unsrer Bequemlichkeit. Alle Com-
^ munication blieb auf das Ernstlichste untersagt und man hütete uns
mit der größten Strenge. Auf dem ober» Rande unsers Felscn-grunds lief ein Weg hin. Dort zeigte sich der General Gourgaudin Begleitung eines englischen Osficiers. ES machte uns glücklichzu sehen, wie er sich alle Mühe gab, uns so nahe als möglich zuf kommen und mit herzlicher Freude erwiedetten wir die Grüsse undZeichen der Liebe unsers Gefährten. Die gute, treffliche Frau vonBercrand schickte uns abermals Apfelsinen und da uns nicht erlaubtwar, ihr ein Wort deS Danks zu schreiben, so mußten wir unsdarauf beschränken, ihr einige Hände voll Rosen zu schicken, diewir in unserm Gefängnisse pflückten.
Am folgenden Tage besuchte uns Sit Hudson Lowe in unsrerneuen Wohnung. Er wollte wissen, wie ich die Nacht gelegen hätte.Zch führte ihn in ein anstoßendes Gemach und zeigte auf eine an^ der Erde liegende Macratze. So war eS auch mir Essen und Trin-