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er auS: Herr Graf! verschlimmern Sie Ihre Lage nicht noch mehr,sie ist schon schlimm genug! Es sollte nies wahrscheinlich eine An-spielung auf die uns oftmals angedrohte Todesstrafe seyn, dafernwir dem hohen Gefangenen zu seiner Flucht bchülflich seyn wurden.Er zweifelte nicht einen Augenblick, daß meine Papiere ihn zu gro<ßen Entdeckungen führen mußten. Gott mag wissen, welche Vor«Heilungen er sich hierüber machte.
Als das Lesen beginnen sollte, rüste er den General Bingham,zweiten Commandanten der Insel auf, persönlich daran Theil zunehmen. Allein daS Zartgefühl und dir Begriffe dieses ManncSwaren von den seinigen sehr verschieden. „Sir Hudson Lowe, ant-wortete er mit einer sehr deutlichen Abneigung, ich bitte Sie, michzu entschuldigen; ich glaube nicht, daß ich diese Art französischerSchrift lesen könnte."
' Ich hatte eigentlich nichts dagegen, daß der Gouverneur meinePapiere einsah und sagte ihm daher, ich wolle ihm — nicht alSRichter oder alö »Magistratsperson, denn er sei für mich weder daseine noch das andere — aber sonst auf gütlichem Wege, aus blo«ßer Nachgiebigkeit, recht gern gestalten, meine Papiere durchzugchcn.Er fiel nun sogleich über mein Tagebuch her und man stelle sichjetzt die Freude vor, die er hatte, als er hier nun alles zu findenhoffte, was von einem Tage zu dem andern in unsrer Micce zuLongwood vorgegangen. Das Werk war schon so angeschwollen,daß eine Inhaltsanzeige und eine Angabe der Kapitel vor jedemMonate stand. Sir Hudson Lowe, der hier so oft seinen Namensah, schlug gleich die bezeichnecen Seiten auf um daS Nähere nach-zulesen. Ich bemerkte ihm, daß wenn er hierbei oft Gelegenheitfinde, seine Langmulh zu üben, dies nicht mein Fehler sei, sondernvielmehr seine Indiskretion die Schuld trage — es sei jedoch dieseSchrift ein tiefes Teheimniß, von welchem niemand wisse und selbstder Kaiser, den sie einzig und allein betreffe, habe nur die erstenZeilen davon gelesen. Zudem sei sie bei weitem noch nicht fertigund werde mithin noch lange von mir geheim gehalten werden.
Sir Hudson Lowe hatte nun schon zwei bis drei Stunden meinTagebuch durchblätkcrc und jetzt sagte ich chm, es sei meine Absichtgewesen, daß er eine vollständige Idee davon erhalten solle; nunsei cs aber genug und ich hielte mich aus mehrcrn Gründen fürverbunden, so viel in meinen Kräften stehe, ihm das Weiterlcsenzu versagen. Er könne nun zwar dabei Gewalt brauchen, ich wolleaber hiergegen und gegen jeden Mißbrauch seiner Autorität hiermitprotestier». ES machte mir Vergnügen zu sehen, daß ihn, daShöchst ungelegen war; er besann sich selbst einige Zeit, am Endehatte jedoch meine Protestation ihre volle Wirkung und mein Tage»