und Freundschaft wahrzunehmen. Vergebens haken sie gebeten michbesuchen zu dürfen; sie mußten, ohne ihren Zweck zu erreichen, darvon gehen. Bald nachher schickte Frau von Bcrtrand mir Apfel»sinen und lies mir sagen, sie habe so eben indirekte Nachrichtenvon meiner Frau erhalten, sie befinde sich wohl. Diese Besorgnißum mich, diese Beweise der Freundschaft aller meiner Gefährtenzeigten mir, daß das Familicngefühl bei dem ersten Schlage desUnglücks erwacht, und ich fand in diesem Augenblicke eine Art vonGenuß in meiner Gefangenschaft.
Inzwischen war man, nach meiner Verhaftung, in meiner altenWohnung nicht müssig geblieben. Ein Polizeicommissar, ganz einneues Wesen in der Colonle, so viel ich weiß der erste auf brittt-schcm Boden gewagte Versuch dieser Art, hatte sein erstes Probe»stück an mir gemacht. Er hatte mein Schreibcpult durchwühlt, dieSchubkasten aufgcsprcngt, sich aller Papiere bemächtigt, und umseine ganze Geschicklichkeit und Kunstfertigkeit zu zeigen, dann dieBetten auseinander, die Kanapceüberzüge herunter gerissen und so-gar von dem Aufheben des Fußbodens gesprochen.
Der Gouverneur, der nun Herr aller meiner Papiere war, setztesich mit acht oder zehen -Offizieren in Function, um sie mir trium-phirend vorzulegen. Er war mir gegenüber in der ehemaligen Woh-nung der Frau von Bertrand abgetreten und lies mich fragen, obich dorthin kommen wolle, um bei deren Inventur gegenwärtig znseyn, oder ob ich vielleicht vorzöge, daß er zu mir käme. Ich ant-wortete, daß da er mir die Wahl lasse, letzteres mir angenehmerseyn würde. Als nun alle Welt Platz genommen hatte, stand ichauf, um gegen die unschickliche Art, wie ich von Longwood fortge-rissen worden scy und über die Illegalität, womit man in meinerAbwesenheit meine Papiere versiegelt habe, laut zu protestircn. Ichprotcstirte ferner gegen die Verletzung des Geheimnisses derjenigenSchriften, in welchen ich meine verborgensten Gedanken niedergclegthätte, die nur für mich vorhanden wären, von denen bis jetzt nochkein Mensch etwas wisse. Ich sprach gegen den Mißbrauch derGewalt bei dergleichen Dingen. Ich sagte Sir Hudson Lowe,wenn er glaube, daß die Umstände erforderten, daß er Keniitnigvon diesen Schriften nähme, es eine Ausgabe für seine Klugheit> wäre, dies zu veranstalten , daß mich übrigens das Lesen derselbengar nicht in Verlegenheit setze, daß ich es aber mir selbst und derSache schuldig sey, ihn deshalb verantwortlich zu machen, nur derGewalt zu weichen und einen solchen Akt nicht durch meine Zu-stimmung als gültig anzuerkcnnen.
Diese von mir in Gegenwart aller dieser Offiziere gesprochenenWorte waren dem Gouverneur höchst unangenehm. Erzürnt rufcep. Loses Tazeb. 11. Dd. b