ii en wehen! jezt gilt es! — Dann mußte man unsre Fran-zosen sehen, wie sie vor Freuden mit den Füßen stampften, wie siesich verhundertfachten. 3n solchen Augenblicken schien mir nichtsunmöglich."
Man kennt eine Menge militärischer Anreden von Napoleon.Hier ist eine, die ich auö dem Munde dessen weiß, der sie an Ortund Stelle ausgezeichnet hat. Er lieS nämlich zu Lobcnstein baözweite Regiment der Chasseurs a Cheval zwei Tage vor der Schlachtbei Jena, die Revue passiven und fragte den Obersten: „Wie vielhaben Sie präsente Mannschaft?" — Fünfhundert Mann, antwor-tete der Oberste; es sind jedoch viele junge Leute darunter. —
„Was thut das? erwiederte der Kaiser mit einem Gesichte, auf
dem sich seine Verwunderung über diese Bemerkung ausdrückre;sind sie nicht alle Franzosen? —" Dann wandte er sich an dasRegiment selbst: „Ihr jungen Leute, sagte er, man muß den Todnicht fürchten und wenn man ihn nicht fürchtet, dann jagt man
ihn dem Feinde in die Glieder." Die Bewegung seines Armes
zeigte deutlich, wie er das meinte — und man hörte bald an demGeklirr der Waffen, am Stampfen der Rosse und an einem dum-pfen Gemurmel des Enthusiasmus, die Verkündigung des merkwür-digen Sieges, wodurch 48 Stunden später die Colonne von Roß-bach geworfen wurde.
Bei der Schlacht bei Lützen bestand der größte Theil der Ar-mee aus Conscribirkcn, die sich noch nie geschlagen hatten. Daerzählt man denn, daß der Kaiser, als daS Gefecht am hitzigstenwar, hinter dem dritten Gliede der Infanterie ritt, mit seinem tra-vcrsirendcn Pferde cinigcmale die jungen Soldaten drängte und ih-nen zurustc: „S'ist nichts, meine Kinder! steht unerschrocken;das Vaterland blickt auf euch! man muß für sein Vaterland zusterben wissen! —"
Napoleon hatte eine ganz besondere Vorliebe für die ceutscheNation. „Ich habe sie viele Millionen zahlen lassen, sagte er,denn das war nochwendig, mich jedoch recht sehr gehütet, sie durch Ge-ringschätzung zu beleidigen. Ich schätzte sie vielmehr ungemein. Daßdie Teutschcn mich hassen, ist ganz natürlich; man nöthigte michzehen Jahre lang mich über ihren Leichnamen zu schlagen; siekannten meine wahren Absichten nicht und konnten mir nicht Dankwissen für Dinge, die ich mit ihnen im Sinne hatte. — Daswar aber nichts Geringes."
Der Kaiser sagte einst, indem er von einem seiner Beschlüssesprach: „Das war eigentlich mein Wille gar nicht; ich lies michaber rühren und gab nach. Ich hatte unrecht; das Herz einesStaatsmannes muß in seinem Kopse scyn."