Druckschrift 
11 (1824)
Entstehung
Seite
8
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Der Kaiser äußerte eines TagcS auf St. Helena:Ich glau- ^de, daß ich von der Nacur zu großem Unglücke geschaffen bin. !

Zch habe, wie man wohl sieht, eine Seele von Marmor; der Blitzkann ihr nichts anhaben, er gleitet ab."

Ein andereömal rüste bei Gelegenheit einer neuen Beeinträchti-gung eine der Personen von Napoleons näherer Umgebung aus:Sire! Sie werden nun dieffEngländer noch mehr alö zcithcr has-sen müssen." Napoleon zuckte die Achseln und sagte halb scher-zend, halb mitleidig:Sie, Mensch voll Vorurcheile, von gemei-nem und niedrigem Sinne; fragen Sie mich lieber und äußersten >

Falles, ob ich den oder jenen Engländer mehr hassen werde. >

Aber, weil wir nun einmal hiervon sprechen, so muß ich Ihnen ^

sagen, daß ein Mann, ein wahrhafter Mann, niemals haßt. SeinZorn, seine üble Laune dauern nicht länger, als einen Augenblicknicht länger als ein elcckrischer Schlag. Der Mann, der für dieGeschäfte und für die obere Gewalt geschaffen ist, sieht nicht auf ^die Person, sondern nur auf die Sache, auf deren Gewicht und >deren Folgen."

Bei einer gewissen Gelegenheit äußerte er: Sein Andenkenwerde ohne allen Zweifel in dem Grade gewinnen, als cS auf diekünftigen Zeiten übergehe. Die Geschichtschreiber würden sich für j

verbunden halten, ihn wegen aller der von seinen Zeitgenossen er-littenen Ungerechtigkeit zu rächen. Alle Epceffe erzeugten von selbstihre Rückwirkungen. 2n größrcr Entfernung müsse auch das Licht,worinnen er dann erscheinen werde, günstiger und von tausenderleiUnreinigkeiten befreit scyn. Dann werde man ihn aus einem grö- !ßern Gesichtspunkte und nicht nach einem so kleinlichen Maasstabe Ibeurtheilen, werde sich an die Harmonie des Ganzen halten, örcli- >che Unregelmäßigkeiten übersehen, vor allem aber, nicht mehr ihnsich selbst, sondern dem was man alSdann vor sich haben werde,gegenüber stellen. Er schloß mit drr Aeußerung, daß er sowohljetzt als künftig sich stolz vor das strengste Tribunal stellen, alleseine Privachandlungen dessen Urtheil unterwerfen, und sicher scynkönne, von aller Schuld frei gesprochen zu werden.

Der Kaiser sagte mir einst, daß er damit umgehe, seine di-plomatische Geschichte, oder seine sämmtlichcn Verhandln»- jgen von dem Frieden zu Campo Formio an, bis zu seiner Thron-entsagung, zusammen zu stellen. Welch ein historischer Schatz,wenn er sein Vorhaben auSgcführt hat!

Bei Gelegenheit eines Gesprächs über militairische Beredsamkeit !

äußerte er:Wenn ich bei dem Beginn der Schlacht an der Linie !

hinunter ritt und dann ausrusle: Soldaten, laßt die Fah-