Druckschrift 
11 (1824)
Entstehung
Seite
10
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So machte der Kaiser die Bemerkung, daß unsre physischenFähigkeiten sich nach MaaSgabe der Gefahr und dev Bedürfnissesschärfen. „Der Beduine in der Wüste, sagte er, hat Luchsaugen,und der Wilde in den Wäldern die Geruchsnerven der Thiere."

Man sprach einmal von jemand, der, so ausgezeichnet auch sei»ne Plane und seine Thacen scyn möchten, doch bisweilen aussallen-de Mängel in seinen Manieren, in seinen Ausdrücken wahrnehmenlasse. Der Kaiser erklärte diesen Wid 'rspruch, indem er sagte: ,,Siesehen wohl, die Behandlung seiner Haut ist daran schuld;seine Windeln werden zu grob oder zu schmuzig gewesen seyn."

Der Kaiser sprach von der Gefahr, der er sich bet dem Br»maire im Rache der Fünfhundert auSgesetzc habe. Er schob sie,als Militair, blos auf daö Local im Orangerie-Gebäude, wo erauf einem der Endpunkte cindringen und durch den langen Saathingehcn mußte. „Unglücklicherweise, sagte er, konnte ich nicht so-gleich Fronte machen, sondern mußte die Flanke exponiren."

ES war von jemand Rede, welcher glaubte, daß er durch seinenTon und seine bisweilen an Drohung grenzenden Worte, Furchteinjagen könne. „Das ist jezt lächerlich, meinte der Kaiser, Nie-mand fürchtet sich mehr; kein Kind hat noch Furcht und hier derkleine Emauel — er zeigte dabei auf meinen Sohn — ist sicherschon bereit, Pistolen zu wechseln, mit jedem der Lust dazu habenkönnte." Diese Worte Napoleons werden vielleicht auf dessen gan-zes künftiges Leben einwirken.

Bei der Rückkehr auS dem Russischen Feldzuge zeigte Napoleondie größte Bewunderung über die Kraft der Seele, welche Neybewiesen habe. Er ernannte ihn zum Fürsten von der Moskwaund sagte zn mehrcrcnmalen: „Ich habe 200 Millionen in met-neu Gewölben; für Ney würde ich sie hingeben."

Der Kaiser behauptete auf alle nur mögliche Art den Triumphder neuern Grundsätze. „Wie sollten sie denn nicht siegen? spracher; beobachten Sie doch nur den Gang der Dinge. Selbst durchdie Unterdrückung macht man seine Sache schlechter!"

Als man bei einer Gelegenheit äußerte, daß er sich nicht gernwichtig mache, antwortete der Kaiser: „Das rührt daher, daßMoralität und Güte nicht in meinem Munde, sondern in meinenNerven sind. Meine eiserne Hand war nicht an meinem Arme,sondern unmittelbar an meinem Kopfe. Ich hatte sie nicht vonder Nacur erhalten, sondern bediente mich derselben nur, wenn icheS für nothwendig hielt."

In einem Augenblicke deS Verdrusses über die Bosheit unddaS immerwährende Murre» der Pariser, fragte Napoleon, was