Druckschrift 
11 (1824)
Entstehung
Seite
7
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Halle, und vergessen Sie nicht daß die Well In Sechs Tagen ge-schaffen wurde/'

Bei einer solchen Gelegenheit schloß der Kaiser seine Rede mitden Worten:Verlangen Sie von mir was Sie wollen, nur nichtZeit. Sie allein liegt außer den Grenzen meiner Macht.

Em anderesmal hatte er jemand eine sehr dringende Arbeit auf«getragen, die er noch am nämlichen Tage zurnck erwartete; manbrachte sie ihm aber erst am folgenden sehr spät. Der Kaiser be-zeigte seine Unzufriedenheit und als nun der Ucberbringer, »m sichzu rechtfertigen, versicherte, daß er den ganzen Tag gearbeitet habe,antwortete Napoleon:Aber, mein Herr! hatten Sie denn nicht

auch die ganze Nacht?"

Der Kaiser beschäftigte sich immer sehr sorgfältig mir der be-quemen Einrichtung und der Verschönerung der öffentlichen Plätzein der Hauptstadt und sagte gewöhnlich:Die Halle ist derLouvre des Volks."

Die Anerkennung der Gleichheit der Rechte, d. h. jene gemein-schaftliche Fähigkeit eines jeden, Anspruch zu machen, zu verlangenund zu erlangen gehörte zu den, Napoleon angebornen, mitseiner Natur verwebten Charakterzügen.Ich habe nicht immerregiert, sagte er, und vergesse keineSwegcs, daß ich, ehe ich ein re-gierender Herr wurde, ein Untcrkhan gewesen bin vergesse nicht,welche Kraft das Gefühl der Gleichheit über meine Einbildungskraft,welchen Theil sie an dem Leben meines Herzens hatte." Eben sodrückte er sich über die Freiheit aus.

Als er einst einem Staatsrathe die Redaciion eines Entwurfsübertrug, sagte er zu ihm:Sehen Sie vor allen Dingen darauf,daß der Freiheit und mehr noch, daß der Gleichheit kein Zwangangethan werde, denn, was die erstrre betrisst, so können Umständevorhanden seyn, die, wenn wir ihr auch noch so sehr zu nahetreten, uns entschuldigen, aber in Ansehung der Gleichheit darfdies um keinen Preis geschehen. Dafür mag mich Gott behüten!Sic ist die Leidenschaft des Jahrhunderts und ich will ein Sohndes IahrhundercS bleiben!"

In seinen Augen war ledeö Verdienst eines und dasselbe;es wurde aus gleiche Weise vergolten. Daher erhielten Diener derKirche, Mstitwre, Künstler, Gelehrte, wissenschaftliche Personen, ei-nerlei Titel, einerlei Ehrenzeichen und man wird eingestehen müssen,daß nirgends, bci keinem Volke, zu keiner Zeit, das Verdicst mehrgeehrt, das Talent herrlicher belohnt worden ist. Seine Absichtenhatten hierbei keine Grenzen und ich habe schon einmal erzählt,daß er einst sagte:Wenn Corneille noch lebte, ich machte

ihn zum Fürsten!"