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Bei der Rückkehr von Elba traf der Kaiser AbcndS erst sehrspat in den Tuilerien ein und sein erstes Lever am folgenden, Mor-gen war, wie man leicht denken kann, höchst zahlreich. Es würdemir sehr schwer werden, wenn ich einen Begriff von meinen Ideenund Empfindungen in dem Augenblicke geben sollte, als sich dieThürc öffnete und er vor uns erschien. Er trat herein, ganz wiesonst, als ob gar nichts dazwischen vorgefallen wäre — eS schienmir als hatte ich ihn erst gestern so gesehen; das nämliche Ge-sicht, das nämliche Costüm, die nämliche Haltung, die nämlichenManieren. Ich war tief bewegt und glaube, daß alle Anwesendemein Gefühl theilkcn. Bei alledem siegte die Herzlichkeit über denRespcet und jedermann eilte ihm entgegen. Er selbst war sichtbargerührt und umarmte mehrere ausgezeichnete Personen. Dann be-gann er seine gewohnte Tournse. Seine Stimme war sanft, seinGesicht zufrieden, sein ganzes Wesen voll Freundlichkeit. Er sprachnach und nach sehr gütig mit einem 2eden. „Ach! der HerrMajor-General von der weißen Armee!" sagte er zu jemand zweiSchritte von mir mit einem deutlichen Gemische von Schmerz undWohlwollen. Mehrere der Anwesenden waren nicht ganz ohne Ver-legenheit in Hinsicht auf die vorübergegangenen großen Ereignisse;Napoleon schien durchaus von nichts zu wissen; er vergaß nicht,daß er in Fontainebleau jeden seiner Pflicht entbunden hatte.
Solche Züge beweisen die Richtigkeit seines Raisonnemcnts undseiner Kaltblütigkeit im Handeln. Sie zeigen insbesondere, daß ober sich schon aus dem höchsten Gipfel der Macht befand, doch seineBilligkeit und Mäßigung auch bei Dingen Stand hielt, die ihmpersönlich angiengen, selbst dann, wenn sie ihm überaus empfindlichseyn mußten.
Als Moreau in die Sache von Georges und Pichegru verwickeltwar und deshalb arretirt wurde, nahm ein Adjutant des ErstenConsuls, der vielleicht früherhin auch Adjutant bei Moreau gewesenwar, oder wenigstens unter dessen Befehlen gedient hakte, keinenAnstand, ihn mit einem sehr merklichen Antheile an seinem Schick-sale, zu besuchen. „Das mag recht schön seyn, sagte Napoleon,als er es erfuhr; ich will eine solche Handlung gerade nicht ta-deln; aber ich muß mich nach einem andern Adjutanten Umsehen.DaS ist nun einmal ein Posten des Vertrauens und der vollkom-mensten Ergebenheit, wobei die Gesinnung in einer so persönlichenAngelegenheit nicht getheilt seyn darf." Er gab hierauf diesemAdjutanten, dem Obersten Lacue'e, einem sehr ausgezeichneten -Of-fiziere, ein Regiment und es blieb selbiger bald nachher an dessenSpitze in den Gefechten, welche der Capitiilation von Ulm unmit-telbar vorangicngen.