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keon zu ihm; „Ihr Sohn har sich vortrefflich benommen und sei«ncm Namen Ehre gemacht. Er ist zwar verwundet, doch nur ganzunbedeutend und wird dcmohnerachtet mit Stolz einst sagen können,daß sein Blut zu rechter Zeit für daS Vaterland geflossen sey."
In eben diesen Tagen' hatte er bei einem seiner Levers demGeneral Gerard, welcher neben mir stand und dessen Ruf schon dieallgemeine Aufmerksamkeit auf sich zog, einige Ordres gegeben unddabei mit einigen Phrasen geschlossen, welche offenbar sein besonde«res Wohlwollen ausdrückcn sollten, aber doch eigentlich unverständ-lich blieben. Nachdem er nun bei seiner Tourm'e um einige Schrit-te weiter gegangen war, und wahrscheinlich auf dem Gesichte deSGeneral Gerard gelesen hatte, daß er nicht verstanden worden sey,kam er auf einmal zu demselben zurück und sprach jetzt ganz deut-lich: „Ich habe gesagt, daß wenn ich viele Männer wie Sie hät-te, ick meinen Verlust für ersetzt halten und über alles andre baldhinwegkommen wollte."
So habe ich auch in jener Zeit gesehen, welche moralische Ge-walt der Kaiser über gewisse Gemüthcr ausübte, welchen Grad vonAnbetung man ihm zollte. Ein General, dessen Namen ich nichtweiß, war am Beine schwer verwundet und harte sich mühselig zudem Lever des Kaisers geschleppt, zu welchem er damals weit meh-rere Personen als sonst zuließ. Wahrscheinlich war Napoleon da-von unterrichtet, daß die Amputation ganz unerläßlich sey und die-ser unglückliche Offizier sich solcher schlechterdings nicht unterwerfenwolle, denn als er an ihn kam sagte er zu ihm: „Wie könnenSic sich einer Operation entziehen, die Ihnen das Leben rettenwird? Furcht kann es nicht seyn. Sie haben Ihr Leben so. oftin Schlachten gewagt; wäre es vielleicht Lebensverachtung? —Aber sollte Ihnen denn Ihr Herz nicht sagen, daß man mit einemverlornen Beine noch immer dem Daterlande sehr nützlich seyn,dem Staate große Dienste leisten könne? —" Der Generalschwieg, sein Gesicht und seine ganze Haltung schienen ruhig undgelassen, aber man erkannte das Verneinende in seinem Blicke.Der Kaiser war jetzt ganz betrübt schon weiter gegangen, als der Ge-neral seine Kräfte zusammen nahm, und sich mit schnellem Entschlüssean den Kaiser mit den Worten wendete: „Sire! wenn es Ew.Majestät befehlen, so gehe ich im Augenblicke hin." — Der Kai-ser antwortete: „So weit, mein Bester! reicht meine Macht nicht.
Nur durch Ueberrevung hoffte ich Sie so weit zu bringen — abervor dem Befehlen soll mich der Himmel bewahren!" — Wennich aber nicht sehr irre, so erzählte man nachher allgemein, daßder unglückliche Offizier sich unmittelbar nachher der traurigen Ope-ration unterworfen habe»
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